____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Jenische
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Jenische ist sowohl eine Eigen- als auch eine Fremdbezeichnung fĂŒr Angehörige eines nach landschaftlicher und sozialer Abkunft in sich heterogenen Teils der Bevölkerung in Mittel- und Westeuropa. Historisch lassen sich Jenische auf Angehörige der marginalisierten Schichten der Armutsgesellschaften der frĂŒhen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts zurĂŒckfĂŒhren. Möglicherweise reichen sie weiter zurĂŒck, wie Hinweise auf die jenische Sprache, etwa das Buch Liber Vagatorum von 1510 nahelegen. Merkmale dieser historischen Jenischen waren ihr ökonomischer, rechtlicher und sozialer Ausschluss aus der Mehrheitsbevölkerung und eine dadurch bedingte Binnenmigration, meist innerhalb Europas. Jenischen zugeordnet wird eine eigentĂŒmliche SprachvarietĂ€t, die aus dem Rotwelsch hervorgegangene jenische Sprache.
Contents
âą Bezeichnungen
âą Verbreitung
âą Schweiz
âą Deutschland
âą Ăsterreich
âą Frankreich
âą Soziale Lage
âą Geschichte
âą Mythenbildung
âą 19. Jahrhundert
âą 20. Jahrhundert
âą Kunst und Kultur
âą Musik
âą Kunsthandwerk
âą Bildende Kunst
âą Alltagskultur
âą Sport
âą GesamtĂŒberblick
âą Literatur
âą Belletristik
âą TheaterstĂŒcke
âą Audio
âą Filme
âą Schauspiel
âą Weblinks
âą Allgemeines
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Bezeichnungen
Die Herkunft der Jenischen ist nicht restlos geklĂ€rt. Die nomadische Lebensweise hat in Europa eine lange Tradition. Aus dem âFahrenden Volkâ und aus den âHeimatlosenâ entwickelte sich ĂŒber die Jahrhunderte eine jenische IdentitĂ€t. Der Begriff âjenischâ taucht zu Beginn des 18. Jahrhunderts erstmals im Zusammenhang mit der Sprache der âFahrendenâ auf. Es gibt aber einzelne Wörter in Wortlisten des SpĂ€tmittelalters, die sich in der heutigen jenischen Sprache wiederfinden, was auf eine Ă€ltere Geschichte der Volksgruppe hinweist.
âJenischâ ist ein erstes Mal fĂŒr eine Wortliste aus dem Jahr 1714 bei Friedrich Kluge (1901) angegeben, und zwar als Sprach-, nicht als Sprecherbezeichnung. Demnach seien es betrĂŒgerische Wiener âKellnerâ gewesen, die sich auf âeine gewisse Redens-Arthâ verlegt hĂ€tten, âwelche sie die jenische Sprach nennen.â Der Auszug enthĂ€lt keine Hinweise darauf, dass es âFahrendeâ seien, die (ebenfalls) so sprĂ€chen. Er beschreibt die Sprache als Medium des Rechtsbruchs und die Sprecher als delinquent.cite-ref-fkluge175f-1-0[1] Eine zweite Nennung findet sich in einer âDiebslisteâ von 1716.cite-ref-2[2] Sie bezieht sich rĂ€umlich auf Schwaben, die Aufgelisteten werden als âRauber, Dieb, Beitel-Schneider und andere Jauners-Burschâ kategorisiert. Es wird ihnen eine gröĂere Zahl von rotwelschen Wörtern zugeordnet. Bei einem Wort ist angegeben, es sei der âjenischen Sprachâ entnommen.
Eine erste Schrift, in der das Wort âJenischeâ nicht als Fremd-, sondern als Eigenbezeichnung fĂŒr Gruppen von âFahrendenâ verwendet wird, liegt mit dem 1793 anonym veröffentlichten AbriĂ des Jauner- und Bettelwesens in Schwabencite-ref-abri-des-jauner-und-bettelwesens-3-0[3] vor, der meist dem Ludwigsburger Zuchthauspfarrer und Waisenhausdirektor Johann Ulrich Schöll zugeschrieben wird.
Der Verfasser beschreibt dort als eine Gegengesellschaft zur âarbeitsame[n] und erwerbende[n] Classeâ und als Bedrohung der staatlichen Ordnung âein stehendes Heer von vielen tausendenâ von âJaunernâ, nĂ€mlich âherumstreichenden Diebenâ, RĂ€ubern âvon Professionâ sowie vagierenden gewerbsmĂ€Ăigen Bettlern. In der von ihnen neben der Landessprache gesprochenen und als âJenischâ bezeichneten ârothwelschenâ Gruppensprache nennten sie sich auch âJenische, d. i. Leute, die nirgends keine Niederlassung habenâ.
Diebe bzw. RĂ€uber und Bettler â als âAmphibienâ auch in Doppelfunktion tĂ€tig â seien jeweils noch in weitere âClassenâ zu unterteilen. Sie wiesen bedingt durch ihre je verschiedenen Erwerbsformen Unterschiede auf, stimmten jedoch âin ihrer ĂŒbrigen Lebensart, in ihren Sitten und anderen VerhĂ€ltnissen ĂŒbereinâ und machten insofern âim Grund nur eine Gesellschaft ausâ.
Nach Auffassung des Verfassers handelt es sich dabei um eine gemessen an Ă€lteren kriminellen vagierenden Gruppen junge Erscheinung. Ihre Entstehung fĂŒhrt er auf die Entwurzelung und erzwungene âLandstreichereyâ groĂer Teile der Bevölkerung, darunter brotlos gewordener Soldaten in der Folge des DreiĂigjĂ€hrigen Krieges, zurĂŒck. Er sieht eine KontinuitĂ€t dieser Erscheinung in Schwaben durch weitere Kriege bis hin zu den Folgewirkungen der französischen Revolution. In der Beschreibung der regionalen Herkunft der âJaunerâ spricht er von zu zwei Dritteln eingeborener Schwaben, wĂ€hrend das ĂŒbrige Drittel hauptsĂ€chlich aus Bayern, Schweizern, Franken und ElsĂ€ssern bestehe und auch eine inzwischen bereits abnehmende Zahl von Juden dazugehöre. Soweit die Zugehörigkeit nicht bereits durch Geburt gegeben sei, handle es sich der sozialen Herkunft nach um entlaufene Bauern, BĂŒrger und Handwerksburschen sowie mit einem hohen Anteil um ehemalige Soldaten und Soldatenkinder.cite-ref-4[4]
1810 vertritt ein anonymer Verfasser in einem Beitrag Die Jauner-Sprache fĂŒr eine Schweizer Zeitschrift die Ansicht, das âVölkleinâ der âJaunerâ sei richtiger als âjenische Gascheâ zu bezeichnen, da âJaunerâ ehrenrĂŒhrig so viel wie âFalschspielerâ bedeute. Stehle aber ein âjenischer Kafferâ oder âFreyerâ etwas, so werde er âgschor Gascheâ genannt. Der Autor verweist noch auf die Romanes-Anteile im jenischen Idiom. Damit ist der Bezug zur Bezeichnung âGatscheâ der Sinti und Roma fĂŒr die Angehörigen der Mehrheitsbevölkerung hergestellt.cite-ref-5[5]
Linguisten leiten ĂŒbereinstimmend, aber nicht ohne Vorbehalt, den Sprachnamen und seine Ableitung fĂŒr eine Sprechergruppe aus dem Romanes von âdĆŸanâ (S. A. Wolf) bzw. âdĆŸinâ (Y. Matras) fĂŒr âwissenâ ab.cite-ref-6[6] Im Inhalt korrespondiert âJenischâ damit mit dem benachbarten aus dem Jiddischen entlehnten âkochemâ (= âgescheitâ), das ohne klare Abgrenzung ebenfalls als Sprachname und Bezeichnung fĂŒr die Sprechergruppen (âKochemerâ) verwendet wird.
Inwieweit âJenischeâ von den Angehörigen der so bezeichneten regionalen Gruppen tatsĂ€chlich als Eigenname verwendet wird, ist kaum erforscht. ReprĂ€sentative Untersuchungen gibt es nicht. Der Verfasser einer bereits Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre entstandenen Untersuchung zum Rheinland stellte fest, dass ânach meinen Beobachtungen jene Gruppen [= Nicht-Roma-âVagantengruppenâ] das Wort jenisch nicht zur Selbstbezeichnung verwendenâ.cite-ref-7[7] In der Schweiz bezeichnen sich zahlreiche Angehöriger dieser EthnizitĂ€t als Jenische, gelegentlich auch in der Schreibweise respektive Ausspracheform âJĂ€nischeâ.
Eine weitere Eigenbezeichnung (die sehr gelegentlich mehrheitsgesellschaftliche UnterstĂŒtzer der durchgĂ€ngig als delinquent beschriebenen Gruppen und Individuen mitmeinte) ist mit âPlatteâ (auch: âBlatteâ) aus dem 18. Jahrhundert ĂŒberliefert.cite-ref-8[8]
Es gibt daneben eine gröĂere Zahl von in der Regel regionalen Fremdbezeichnungen (âMĂ€ckesserâ, âPlĂ€ckerâ, âFeckerâ, âKiepenkerleâ), denen ein frĂŒher stets abwertender, heute eher folkloristischer Inhalt gemeinsam ist.cite-ref-9[9] In Ăsterreich, vor allem in Tirol, war die Bezeichnung Karrner, Karner (die in Karren leben) oder auch Landgeher, Laninger gĂ€ngig.
In der Schweiz gebrĂ€uchliche Fremdbezeichnungen haben ihren Ursprung teils in geografischen Herkunftszuschreibungen (âVazerâ), meist jedoch im Zusammenhang mit den ErwerbstĂ€tigkeiten âChorbeniâ (Korbmacher) im Wallis, âSpenglerâ oder âKesslerâ in der Ostschweiz und im Kanton GraubĂŒnden, âChachelerâ (âGeschirrmacherâ) oder âChachelifuermeâ (âfahrender GeschirrhĂ€ndlerâ) im Mittelland (Aargau, Solothurn, Bern, Luzern).cite-ref-chachelerusw-10-0[10] In der französischsprachigen Schweiz ist die Bezeichnung âManouchesâ gebrĂ€uchlich.
Verbreitung
In den deutschsprachigen LĂ€ndern, in Frankreich, den Benelux-Staaten und in Italien sind jenische Gruppen dokumentiert. Sowohl die Zahl der Menschen mit jenischer Herkunft als auch die Zahl der heute sich selbst als Jenische definierenden Menschen ist unbekannt. Zahlen gibt es fĂŒr die Schweiz, ohne genauere Belege, und fĂŒr Deutschland.
Schweiz
2001 ging Nationalrat Remo Galli als Sprecher der Kommission Stiftung âZukunft fĂŒr Schweizer Fahrendeâ von etwa 35.000 âFahrendenâ, sesshaft oder nicht, aus, darunter etwa 20.000 Jenische.cite-ref-11[11] 2006 vertrat der schweizerische Bundesrat âzwischen 25.000 und 30.000 Personenâ der âGemeinschaft der schweizerischen Fahrendenâ, d. h., ohne eine Angabe zum Anteil der Jenischen zu machen.cite-ref-12[12] Wie diese Zahlen entstanden, ist unbekannt.
Angaben gibt es nur zur Zahl der in der Schweiz noch Reisenden, die aber ebenfalls den Anteil der Jenischen offenlassen. 2001 ergab ein von der Stiftung âZukunft fĂŒr Schweizer Fahrendeâ in Auftrag gegebenes Gutachten 2500 âaktiv Fahrende in der Schweizâ. Diese Zahl basiert auf den Nutzungszahlen der Stand- und DurchgangsplĂ€tze im Jahre 1999.cite-ref-13[13] Auch der âStandbericht 2010â nennt dieselbe Zahl, prĂ€zisiert aber: âIm Gegensatz zu den auslĂ€ndischen bezeichnen sich die Schweizer Fahrenden in der Regel als Jenische.âcite-ref-14[14]
Deutschland
FĂŒr Deutschland (alte BundeslĂ€nder) geht eine Ă€ltere SchĂ€tzung von 1982 von 8.000 bis 10.000 âLandfahrernâ aus. Damit waren neben Jenischen (in einem unbestimmten engeren Sinn) Artisten, Kleinzirkusleute und Schausteller gemeint. Zwischen 200 und 250 âLandfahrerâ seien stĂ€ndig reisend.cite-ref-15[15] Die Bundesregierung sprach von etwa 8.000 Jenischen.cite-ref-16[16] Wie diese Zahlen entstanden, ist unbekannt. Der 2019 gegrĂŒndete Zentralrat der Jenischen in Deutschland spricht von 400.000 Jenischen.cite-ref-17[17] Das zahlenmĂ€Ăige VerhĂ€ltnis der deutschen Jenischen zur Anzahl der deutschen Sinti und Roma kann nicht genau angegeben werden,cite-ref-18[18] da sich viele Betroffene hĂŒten, sich gegenĂŒber den Behörden zu outen, zumal solange sie nicht offiziell als Minderheit anerkannt sind.cite-ref-19[19] 2004 hat das Innenministerium einen Antrag auf Anerkennung der Jenischen als nationale Minderheit bereits abgelehnt. Zur Untermauerung eines neuen Antrags hat der Zentralrat der Jenischen insgesamt sieben akademische Gutachten zu Kultur, Sprache, Geschichte, Literatur und Ethnologie in Auftrag gegeben. Diese wurden am 18. November 2025 in einer Pressekonferenz vorgestellt.cite-ref-20[20]cite-ref-21[21] Es âreistâ heute nur noch ein kleiner Teil der Jenischen. Die gesellschaftliche Marginalisierung mit reduzierten Chancen auf dem Arbeitsmarkt, in der Wohnsituation und in den Bildungsmöglichkeiten besteht bis heute ĂŒberwiegend fort.
Orte mit jenischer Kultur:
âą Singen (Hohentwiel): Die Einwohnerzahl an Jenischen liegt bei 800.cite-ref-22[22]
âą Ichenhausen (GĂŒnzburg): Im Landkreis GĂŒnzburg werden 500 Jenische geschĂ€tzt;cite-ref-23[23] es gibt einen jenischen FuĂballclub, den FC GrĂŒn-WeiĂ Ichenhausencite-ref-24[24]
âą LĂŒtzenhardt (Waldachtal, Landkreis Freudenstadt) hat dank seiner mit den Jenischen verbundenen Geschichte eine eigene Sprachvariante hervorgebracht, das LĂŒtzenhardter Jenischcite-ref-25[25]
âą Frankfurt am Main, Stadtteil Eschersheim. Unter den Familien auf dem Platz Wohngemeinschaft Bonameser StraĂe leben seit Jahrzehnten Jenischecite-ref-1-26-0[26]
âą SchillingsfĂŒrst: In SchillingsfĂŒrst gibt es ein Jenisch-Museum.cite-ref-27[27]
âą Pfedelbach: Die Pfedelbacher Gemeinde- und Festhalle wurde Nobelgusch genannt. Nobelgusch kommt aus dem jenischen und heiĂt Edles Haus. AuĂerdem gibt es eine Theatergruppe die StĂŒcke in jenischer Sprache auffĂŒhrt.cite-ref-28[28]
âą Wildenstein
âą Leinzell
Ăsterreich
In Ăsterreich findet man Jenische vor allem in Tirol, wo sie von der Mehrheitsgesellschaft meist mit dem negativ konnotierten Namen âKar(r)nerâ bezeichnet wurden. Es gibt Bestrebungen, die Jenischen als Volksgruppe anzuerkennen.cite-ref-30[30] Um 1800 wurden Jenische in Loosdorf bei Melk angesiedelt, seither gibt es dort eine Sprachinsel des Jenischen.cite-ref-31[31]
Das tĂŒrkis-grĂŒne Regierungsprogramm von JĂ€nner 2020 sah die PrĂŒfung der Anerkennung der Jenischen als Volksgruppe vor. Im November 2021 wurde auf Initiative von Linguistin Heidi Schleich und nun Obmann Marco Buckovez der Verein Jenische in Ăsterreich â Verein zur Anerkennung der Jenischen in Ăsterreich und Europacite-ref-32[32] mit Sitz in Innsbruck gegrĂŒndet. Im Rahmen eines Treffens mit den Volksgruppensprechern der Parlamentsparteien hat der Verein am 23. MĂ€rz 2022 ein Ersuchen um Anerkennung gemÀà Volksgruppengesetz ĂŒbergeben.cite-ref-33[33]
Frankreich
FĂŒr Frankreich finden sich Aussagen nur ohne Zahlenangaben.cite-ref-34[34] Alain Reyniers schrieb 1991 in einem Artikel der Zeitschrift Etudes Tsiganes: Ils (die Jenischen) âconstituent, aujourdâhui en France, sans doute le groupe le plus volumineux au sein de la communautĂ© des Gens du voyageâ [Sie âbilden heute in Frankreich wahrscheinlich die gröĂte Gruppe unter den Fahrendenâ].cite-ref-reynier-35-0[35]
Rechtlicher Status: Forderung nach europaweiter Anerkennung
Als nationale Minderheit sind die Jenischen bisher nur in der Schweiz anerkanntcite-ref-36[36]. Seit Herbst 2016 erklĂ€ren die Schweizer Bundesbehörden: âMit der Ratifizierung des RahmenĂŒbereinkommens des Europarats vom 1. Februar 1995 zum Schutz nationaler Minderheiten hat die Schweiz die schweizerischen Jenischen und Sinti als eine nationale Minderheit anerkannt â unabhĂ€ngig davon ob sie fahrend oder sesshaft leben.âcite-ref-37[37] Seit 1998 bezeichnete die Eidgenossenschaft die âFahrendenâ mit Schweizer StaatsbĂŒrgerschaft als anerkannte nationale Minderheit. Dem jenischen Idiom hat die Schweiz mit der Ratifizierung der europĂ€ischen Sprachencharta 1997 den Status einer âterritorial nicht gebundenen Spracheâ gegeben.cite-ref-bakminderheit-38-0[38] FĂŒr die Schweizer Bundesbehörden ist die 1975 gegrĂŒndete Radgenossenschaft der Landstrasse die wichtigste Ansprechpartnerin. Sie subventionieren sie.cite-ref-39[39] Die nomadische Kultur der Jenischen und der Sinti wurde 2018 in die Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz aufgenommen.cite-ref-40[40]
Im Herbst 2019 grĂŒndeten Jenische aus mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern â Deutschland, Schweiz, Ăsterreich, Frankreich, Luxemburg â einen âEuropĂ€ischen Jenischen Ratâ, Initianten sind die schweizerische Radgenossenschaft der Landstrasse und der 2019 gegrĂŒndete Zentralrat der Jenischen in Deutschland. Der EuropĂ€ische Jenische Rat stellt sich die Aufgabe, fĂŒr die Anerkennung der Jenischen europaweit zu wirken. Im Mittelpunkt steht eine Petition, die gleichzeitig lanciert wurde; sie ist an den Europarat gerichtet und trĂ€gt den Titel: âDie europĂ€ische Minderheit der Jenischen verlangt Anerkennung, Respekt und die Benennung gemÀà ihrer Selbstbezeichnungâ.cite-ref-41[41] Der Europarat hat die Petition durch seine GeneralsekretĂ€rin entgegengenommen und ans Konsultativkomitee der Rahmenvereinbarung zum Schutz der Nationalen Minderheiten weitergeleitet.cite-ref-42[42] Die Entwicklung der Forderung nach Anerkennung in der Schweiz und in Europa ist ausfĂŒhrlich dargestellt von den aktiv beteiligten Daniel Huber und Willi Wottreng im Gaismair-Jahrbuch 2021.cite-ref-43[43]
Das Regierungsprogramm der österreichischen Bundesregierung Kurz II vom 1. JĂ€nner 2020 kĂŒndigte die âPrĂŒfung der Anerkennung der jenischen Volksgruppeâcite-ref-44[44] an, ein Umstand, der von der seit Anfang 2020 bestehenden ĂŒberparteilichen âInitiative zur Anerkennung der Jenischen in Ăsterreichâ thematisiert wird.cite-ref-45[45] Unter der Bundesregierung Nehammer (wiederum ĂVP/GrĂŒne, ab Dezember 2021) wurden im Mai 2022 âSchritte zur offiziellen Anerkennung der Jenischen als Volksgruppe durch das Parlament gesetzt,â schreibt Robert Salzer in orf.at und berichtet ĂŒber den jenischen âPflanzenflĂŒstererâ Martin Flicker und den Buchautor ĂŒber jenische Kultur Thomas Sautner.cite-ref-46[46]
2023 erschien erstmals in einem Land â in der Schweiz â ein Schullehrmittel, das sich nebst Roma und Sinti den Jenischen widmet: «JenischeâSintiâRoma. Zu wenig bekannte Minderheiten in der Schweiz». Es wurde erarbeitet von der nichtstaatlichen Arbeitsgruppe JenischeâSintiâRoma unter Leitung des Publizisten Willi Wottreng, in Zusammenarbeit mit einem Team der PĂ€dagogischen Hochschule ZĂŒrich (PHZH). Das Lehrmittel folgt den neuen medienethischen Standards âNichts ĂŒber uns ohne unsâ. Obwohl von NGOs initiiert, kann es im offiziellen Schulunterricht verwendet werden. Das Lehrmittel wurde in zwei Formen publiziert: Als Open-Source-Angebot auf der Website der Stiftung Erziehung zur Toleranz (SET) und als selbstĂ€ndiges Buch fĂŒr den Buchhandel.cite-ref-47[47]
Soziale Lage
Systematische Untersuchungen, denen Angaben zur sozialen Lage der heutigen Jenischen zu entnehmen sind, wenden sich der ortsfest lebenden Mehrheit zu. Der jenische Verein schĂ€ft qwant schĂ€tzt diese Mehrheit fĂŒr die Schweiz, in der das Reisen eine im deutschsprachigen Raum ungewöhnliche UnterstĂŒtzung erfĂ€hrt, auf 90 %.cite-ref-48[48] Thema dieser Untersuchungen, wie sie allein fĂŒr die Bundesrepublik Deutschland vorliegen, sind jeweils die Lebensbedingungen und -perspektiven von Menschen in sozialen Brennpunkten.cite-ref-49[49] In den untersuchten Quartieren leben Jenische in einer Zahl, die sie aus der Bewohnerschaft hervorhebt und untersuchungsrelevant macht. Angaben zum Anteil dieser Familien an der Gesamtminderheit liegen ebenso wenig vor wie seriöse Angaben zu deren GröĂe oder zum Anteil der ebenfalls zumeist ortsfesten wirtschaftlich und sozial erfolgreichen Jenischen, wie sie als Sprecher der Vereine begegnen.
Soziale und wirtschaftliche Marginalisierung werden fĂŒr den recherchierten Teil der Minderheit als die Regel, Armut, Bildungs- und insgesamt Chancendefizite als ĂŒblich beschrieben. Ausweislich der genannten Untersuchungen leben diese Jenischen â neben den beiden Gruppen der Roma und der sozial Deklassierten der mehrheitsgesellschaftlichen Neuen Armut â in Schlichtwohnungsblocks am Rand der StĂ€dte unter den Ă€uĂerst schwierigen Bedingungen einer seit Generationen chronifizierten Armut. Die Familien sind in vielen FĂ€llen seit langem von staatlichen Transferleistungen abhĂ€ngig. Die Arbeitslosenquote ist ĂŒberdurchschnittlich, die Analphabetenquote nach wie vor ebenfalls. Die Entwicklungsperspektiven der Kinder sind ungĂŒnstig. Der Anteil der SonderschĂŒler ist weitaus höher als insgesamt in der lokalen SchĂŒlerschaft, AusbildungsplĂ€tze sind schwer zugĂ€nglich.cite-ref-50[50]
Eine zusammenfassende Auswertung der Untersuchungen der ausgehenden 1970er und der 1980er Jahre kommt fĂŒr diesen Zeitpunkt zu dem Ergebnis, dass âĂŒber 90 Prozent der Jenischen und Artisten ⊠keine formale Berufsausbildung (hatten). Die meisten arbeiteten selbstĂ€ndig in einem Kleinzirkus und als Schausteller. Nahezu alle verfĂŒgten Ende der siebziger Jahre ĂŒber einen festen Wohnsitz. Auch diese Gruppe litt unter unzureichenden WohnverhĂ€ltnissen und lebte meist in Ghettos am Stadtrand.âcite-ref-51[51]
Ein Wandel des kommunalen Umgangs mit sozialen Brennpunkten hat dazu gefĂŒhrt, dass ein Teil dieser geschlossenen Peripheriequartiere inzwischen verschwunden istcite-ref-52[52] oder auch durch Zuzug von Migranten der unterschiedlichen Herkunft den Charakter verĂ€ndert hat. In der lokalen Ăberlieferung hat sich die Erinnerung nicht selten zu einem legendĂ€ren Ruf verdichtet wie bei der Bock-Siedlungcite-ref-53[53] in Innsbruck, dem âBĂ€renkellerâ in Augsburg, der âGummiinselâ in GieĂen, den Quartieren Kuhviertel, Pluggendorf und dem Hansaviertel im westfĂ€lischen MĂŒnster, dem westpfĂ€lzischen NeumĂŒhle oder dem Mattequartier in Bern.
Aus der Lebenssituation im sozialen Brennpunkt resultiert fĂŒr die Betroffenen ein hoch verfestigtes DiskriminierungsÂmuster. Ăber lange Fristen produzierte eine gezielt marginalisierende Kommunalpolitik dafĂŒr die augenscheinliche Grundlage.cite-ref-54[54] Stigmatisierung trifft die gesamte Bewohnerschaft solcher Quartiere. Deren Solidarisierung hat sie nicht zur Folge, vielmehr diskriminieren die Angehörigen der Bewohnergruppen sich wechselseitig.
Innerhalb der eigenen Minderheit sehen diese Jenischen sich ebenfalls herabgesetzt und benachteiligt, da sie ĂŒberkommene Ressentiments zu bestĂ€tigen scheinen und ihre sozialen Merkmale sich nicht in attraktive SelbstentwĂŒrfe einer jenischen GruppenidentitĂ€t integrieren lassen. Ausgrenzung aus der Gesamtgesellschaft und Ausgrenzung aus der Gesamtbezugsgruppe durch eine kleine Aufsteigerminderheit ergeben eine âdoppelte RandstĂ€ndigkeitâ.cite-ref-55[55] Aber auch die noch reisenden Angehörigen der Minderheit stoĂen nicht nur auf Zustimmung, sondern auch auf dezidierte behördliche Ablehnung, wie der Fall der niederrheinischen Familie Prison belegt (2009).cite-ref-56[56]
Auf die groĂe Mehrheit der Schweizer Jenischen ist die Feststellung bezogen, sie seien âwirtschaftlich schlecht gestelltâ.cite-ref-57[57] Diese Aussage trifft die ZĂŒrcher Caritas mit Blick auf den reisenden Teil, fĂŒr den sie eine besondere Beratung anbietet.cite-ref-58[58] Ein nichtjenischer Schweizer Kenner spricht von einer Verbindung aus âfahrender Lebensweise und traditioneller Armutâ als konstitutivem Merkmal der Minderheit.cite-ref-59[59] In einer ihrer öffentlichen ErklĂ€rungen in ihrer FrĂŒhzeit (1981) sprach die Radgenossenschaft gelegentlich die soziale Problematik in ihren Auswirkungen an. Es wĂŒrden âdie âechtenâ Fahrenden zwar unter wirtschaftlichem schwerem Druck stehenâ, die auf 35.000 Menschen geschĂ€tzten âsesshaft gewordenen Fahrenden und ihre Nachkommenâ aber wiesen âeinen groĂen Prozentsatz von unglĂŒcklichen Menschen, von kaputten Ehen, von Alkoholikern, PillensĂŒchtigenâ auf. FĂŒr die Radgenossenschaft liegt die ErklĂ€rung nicht in unzureichenden Integrationsanstrengungen bei chronifizierter Armut und Chancenungleichheit, sondern in kultureller Entwurzelung, gemeint ist das Ende des Reisens.cite-ref-60[60]
Weder staatliche Institutionen noch jenische Selbstorganisationen beschĂ€ftigen sich mit den strukturellen Ursachen jenischer Armut und den Folgewirkungen. Staatliche Einrichtungen wenden sich, soweit sie in Jenischen ĂŒberhaupt eine besondere Zielgruppe erkennen, wie dies in der Schweiz der Fall ist, so gut wie ausschlieĂlich den noch reisenden Jenischen zu. Eine soziale Problematik sehen sie hier nicht. Auf der politischen Tagesordnung der Selbstorganisationen stehen Forderungen nach Gewerbeerleichterungen fĂŒr Marktbeschicker und andere Gewerbetreibende, so nach der Aufhebung des Kinderarbeitsverbots bereits ab zwölf Jahren bei jenischen Kindern,cite-ref-61[61] sowie nach einer Verbesserung des Angebots an Stand- und DurchgangsplĂ€tzen.cite-ref-62[62] Sozialpolitische Ziele verfolgen sie nicht. Jenische in sozialen Brennpunkten thematisieren sie nicht. Einer Verbesserung des Bildungs- und Ausbildungsniveaus stehen jenische Sprecher abweisend gegenĂŒber. âSchule und geregelte Berufsausbildung problematisieren sie als âGefahrâ mit âkatastrophalen Konsequenzenââ.cite-ref-63[63] âDie Fahrenden mĂŒssen gar nicht mehr können, als ihren Namen schreiben und etwas rechnen.âcite-ref-64[64] Das AusbildungsbedĂŒrfnis werde durch einige Monate Volksschule im Jahr âund spĂ€ter durch das Erlernen des elterlichen Berufes gedecktâ.cite-ref-65[65] Deshalb sollten die Vorschriften fĂŒr Kinderarbeit fĂŒr die Minderheit gelockert werden, Gewerbepatente sollten âmöglichst schon ab zwölf Jahrenâ ausgestellt werden.cite-ref-66[66]
Die seltene Ausnahme von der Regel der Abstinenz gegenĂŒber sozial- und bildungspolitischen IntegrationsbemĂŒhungen war der Verein der Jenischen e. V. Neben der Erhaltung reisender Kultur und darin einbezogen der âGrĂŒndung einer Jugendakademie alter Handwerkeâ gehörte zu seinen Zielen, Jenischen die Möglichkeit zu eröffnen, den Hauptschulabschluss nachzuholen.cite-ref-67[67]
Geschichte
Sozioökonomischer Ausgangspunkt
Historiker und Sozialwissenschaftlercite-ref-68[68] verorten die Entstehung der Jenischen oder â genauer â einer in sich nach Lebensweise, geografischer, kultureller und ökonomischer Zuordnung unterschiedlichen Bevölkerung in der frĂŒhen Neuzeit und am mehrheitsgesellschaftlichen Rand, dort dann in der vagierenden Armut.cite-ref-69[69] Auf diese Bevölkerungsgruppen wird einmal ausgangs des 18. Jahrhunderts, etwas hĂ€ufiger dann im 19. Jahrhundert die ebenso unbestimmte Eigen- und Fremdbezeichnung âJenischeâ angewendet.
Mögliche Entstehung aus Vermischungen von Söldnern, Armen, Juden und damaligen âZigeunernâ
Laut Yaron Matras von der UniversitĂ€t Manchester hat die jenische Gemeinschaft im Laufe der Jahrhunderte Mitglieder von Minderheitengemeinschaften wie âZigeunerâ und Juden, die aus dem einen oder anderen Grund ihre eigenen Gemeinschaften verlassen haben, integriert.cite-ref-70[70] Diese Hypothese wird von RĂ©my Welschinger geteilt, der darauf hinweist, dass Juden und Jenische aufgrund der verschiedenen Kriege und zahlreicher Nahrungsmittelknappheit gezwungen waren, am Rande zu leben und Berufe auszuĂŒben, die groĂe MobilitĂ€t erforderten, und dass es den beiden Bevölkerungsgruppen möglich war, sich niederzulassen und ihre Sprachen zu entwickeln und zu mischencite-ref-71[71].
Auf die Frage âWer sind sie?â antwortet Klaus Vater in dem Artikel âDas vergessene Volkâ: âIch schreibe ĂŒber eine seit Jahrhunderten existierende Menschengruppe mit â wie erwĂ€hnt â eigener Sprache und Musik. Mit groĂer Wahrscheinlichkeit sind sie entstanden, als sich im Ausklang des Mittelalters Besitzlose, Menschen ohne fĂŒr die StĂ€dte nĂŒtzliche Kenntnisse, Verarmte, Verfolgte mit jĂŒdischen Gruppen zusammenfanden, mit ehemaligen Söldnern und Fremden. Sie trafen dabei auch auf nach Europa drĂ€ngende Sinti oder Romaâ.cite-ref-72[72]
Mythenbildung
Seit einigen Jahren beschreiben manche Jenische sich mit ethnischen Kategorien als Angehörige eines âVolksâ oder einer âVolksgruppeâ. Sie lehnen es dann ab, die Entstehung einer solchen Population auf sozioökonomische Prozesse zurĂŒckzufĂŒhren (Soziogenese), und behaupten eine kollektive ethnisch-biologische âAbstammungâ oder ethnisch-kulturelle lange KontinuitĂ€t (Ethnogenese). Teils wird eine solche Herleitung unbestimmt ins Dunkel vorgeschichtlicher Zeiten gelegt, teils wird sie mit konkreten Herkunftsmythen ausgestattet. Gemeinsam ist diesen Vorstellungen die Behauptung einer von Anbeginn bestehenden ethnischen Geschlossenheit und Einheitlichkeit. Entweder biologisch-genetisch oder kulturell implementiert sei den Angehörigen der Gruppe als dominantes kollektives Persönlichkeitsmerkmal eigen, âNomadenâ zu sein.
Demnach gehe das âjenische Volkâ zurĂŒck auf
âą die als ânomadischâ betrachteten Helvetier. Dabei beruft man sich auf Aussagen in Caesars Werk ĂŒber den Gallischen Krieg.cite-ref-73[73]
âą die âfahrenden Ritter und SĂ€nger des Mittelaltersâ vor allem am âvagierenden Kaiserhofâ Karls des GroĂencite-ref-74[74]
âą die ânomadisierendenâ indischen VorgĂ€nger der âZigeunerâ. Jenische und Roma seien demnach eines ethnischen Ursprungs. Diesen Mythos machte sich die schweizerische Radgenossenschaft der Landstrasse zu eigen und verwendete sie als BegrĂŒndung fĂŒr ihr erfolgreiches Beitrittsersuchen zur International Roma Union.cite-ref-75[75]
âą eine europĂ€isch-kleinasiatische âwildeâ Urbevölkerung tribalistischer âNomadenâ bzw. auf eine osteuropĂ€isch-kleinasiatische Teilbevölkerung in einem jĂŒdisch beherrschten mittelalterlichen âriesigen Reich der mittelalterlichen Chazarenâ, worauf die jiddische Komponente im Jenischen zurĂŒckgehen könne.cite-ref-76[76]
âą eine ânomadischâ lebende alteuropĂ€ische Bevölkerung von âWildbeuternâ, die den Ăbergang zur Sesshaftigkeit vor Tausenden von Jahren nicht mitvollzogen habe. Diese Auffassung ist nicht nur von einigen Jenischen zu hören, sie wurde auch in der nationalsozialistischen Wissenschaft von der einflussreichen Rassenhygienischen und bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle sowie von Hermann Arnold, der deren âerbbiologischenâ und ârassenhygienischenâ Ansatz nach 1945 fortfĂŒhrte, vertreten.cite-ref-78[78]
Als Realgeschichte werden diese Konstrukte im wissenschaftlichen Bereich weder diskutiert noch ĂŒberhaupt rezipiert.
Mittelalter und FrĂŒhe Neuzeit
Das Wort vom âherrenlosen Volkâ als Sammelbezeichnung einer diffusen Population von Gruppen und Individuen ohne Zugehörigkeit zu einem Untertanenverband und daher in zeitweiliger oder dauerhafter Migration ist seit dem Mittelalter gelĂ€ufig. Seit der frĂŒhen Neuzeit gibt es eine deutliche VerĂ€nderung der herrschenden Blickweise. In den Schriften der Gelehrten und Gebildeten wie auch in den normativen ĂuĂerungen der Behörden waren die Angehörigen dieser Bevölkerungsgruppen unter Generalverdacht gestellt. Diese Sicht spiegelt sich zum Beispiel wider in den Illustrationen Albrecht DĂŒrers in Sebastian Brants Buch âdas Narrenschiffâ von 1494, in Martin Schongauers Kupferstich âLeben auf der LandstraĂeâ von 1470 sowie der âLiber Vagatorumâ (Untertitel: âVon der falschen Bettler BĂŒbereiâ), erschienen im Jahre 1510, dessen Urheberschaft ungeklĂ€rt ist.
Unterschieden wurden drei Teilgruppen:
âą vagierende âSchnorr-â bzw. âBetteljudenâ
âą âZigeunerâ bzw. â mit einem ebenfalls populĂ€ren Wort â âHeidenâ
⹠eine sozial, kulturell und ethnisch disparate Bevölkerung von Gruppen und Individuen Marginalisierter, ökonomisch, sozial und rechtlich ausgeschlossen wie die vorher genannten, aber diesen beiden ethnisch klar konturierten Gruppen nicht zugehörig.
Retrospektiv wenden heutige Jenische, aber auch einzelne wissenschaftliche Autoren die Gruppenbezeichnung auf diese letzte der drei Gruppen an. WĂ€hrend manche Jenische damit eine Herleitung und KontinuitĂ€tsbildung im Sinne eines Volkskonzepts verknĂŒpfen, gehen Armuts-, Migrations- und Randgruppenforscher ausnahmslos von einer nichtethnischen, relativ uneinheitlich bleibenden Formierung am gesellschaftlichen Rand aus. Eine genealogisch-empirische KontinuitĂ€t der seit der ausgehenden frĂŒhen Neuzeit so genannten âjenischenâ Familiengruppen, wie sie mitunter fĂŒr den Zeitraum seit Beginn der frĂŒhen Neuzeit, seit dem Mittelalter oder seit noch weiter zurĂŒckliegenden Zeiten behauptet wird, ist spekulativ und unbelegbar.
In Deutschland gab es seit dem Ende des DreiĂigjĂ€hrigen Krieges, vermehrt aber seit etwa der Mitte des 18. Jahrhunderts Domizilierungsangebote der Landesherren kleiner Territorien fĂŒr Angehörige des nicht in einen Untertanenverband einbezogenen exkludierten Bevölkerungsteils in der Absicht, das Abgabenaufkommen zu erhöhen. So entstanden vor allem im sĂŒdwestdeutschen Raum und in der Pfalz âHausierdörferâ und -wohnplĂ€tze. Hier lebten auf landwirtschaftlich meist wenig ergiebigen Böden nebeneinander sowohl Jenische wie auch einzelne Sinti-Familien.cite-ref-79[79]
19. Jahrhundert
Zu einem zweiten starken Niederlassungsschub fĂŒhrte in den mitteleuropĂ€ischen Staaten um die Mitte des 19. Jahrhunderts die EinfĂŒhrung der FreizĂŒgigkeit. Hatten die Ortsgemeinden bis dahin durch lokale Vorschriften (Einzugsgeld und andere Abgabenverpflichtungen) den Zuzug regulieren und UnerwĂŒnschte, d. h. vor allem Arme, fernhalten können, zwangen zentralstaatliche Vorschriften sie nun, auch diese zu akzeptieren, falls sie entweder im Ort geboren waren oder dort eine bestimmte Zahl von Jahren gemeldet waren.
Mit dem Niederlassungsrecht ging eine kommunale Versorgungspflicht einher. Gemeinden versuchten sich mit juristischen Mitteln gegen den Zuzug zur Wehr zu setzen, aber es kam auch zu massiven Ăbergriffen aus der Mehrheitsbevölkerung gegen niederlassungswillige Jenische und Sinti. Da die Ausstellung von Gewerbescheinen in aller Regel an den Nachweis eines festen Aufenthaltsorts gebunden war, ging es fĂŒr viele âReisendeâ um eine existentielle Frage.
So hatte es im PreuĂen des 19. Jahrhunderts zunĂ€chst ein âHeimatrechtâ qua Geburt gegeben. Am 31. Dezember 1842 wurde es von dem Gesetz ĂŒber den UnterstĂŒtzungswohnsitz abgelöst. Es gewĂ€hrte ein UnterstĂŒtzungsanrecht aufgrund lĂ€nger bestehenden Wohnsitzes in einer Gemeinde auch NichtgemeindebĂŒrgern. Am gleichen Tag erging eine Verordnung ĂŒber die Aufnahme neu anziehender Personen. Alle preuĂischen StaatsbĂŒrger hatten nun alle kommunalen Rechte ungeschmĂ€lert dort, wo sie sich eine Wohnung beschafft hatten. Der Aufenthalt durfte ihnen ânicht verweigert oder durch lĂ€stige Bedingungen erschwert werdenâ. Die Reform der Niederlassungsbedingungen bewirkte zum Missfallen der Kommunen die BegrĂŒndung einer groĂen Zahl von regulĂ€ren wie von âwildenâ WohnplĂ€tzen der migrierenden Armut an der Peripherie der Dörfer und StĂ€dte.cite-ref-80[80] Die rechtlichen Voraussetzungen einer dauerhaften Domizilierung wurden damit entscheidend verbessert. Andererseits entstand ein Konfliktpotential zwischen den Unterbehörden, alteingesessenen Einwohnern und Zuwanderern. Diesen wurde das Leben oft schwer gemacht. Ihre WohnplĂ€tze wurden als âZigeunerkolonienâ stigmatisiert. Sie selbst waren Anfeindungen bis hin zu physischen Angriffen ausgesetzt.cite-ref-81[81] Die Gemeinden waren bestrebt, die ZuzĂŒgler wieder loszuwerden. Man bemĂŒhte sich, die HĂ€user aufzukaufen, um sie abzubrechen.cite-ref-82[82]
Ganz Ă€hnlich in der Schweiz: In der Bundesverfassung von 1848 wurden Rechtsvorschriften verankert, mit denen der migrierende Bevölkerungsteil domiziliert und die Entstehung neuer âHeimatlosigkeitâ verhindert werden sollten. Dem folgte das Bundesgesetz vom 3. Dezember 1850 âbetreffend die Heimatlosigkeitâ. Es verpflichtete die Kantone beziehungsweise die Gemeinden zur Aufnahme ins BĂŒrgerrecht. MaĂgabe dafĂŒr waren angenommene oder tatsĂ€chliche biografische Bindungen an einen Ort. Die Gemeinden versuchten, die âHeimatlosenâ mit juristischen Mitteln abzuwehren, von denen viele froh waren, endlich ĂŒber ein Heimatrecht zu verfĂŒgen. Es ermöglichte ihnen, sich die fĂŒr ihre Erwerbsweise entscheidend wichtigen âHeimatscheineâ ausstellen zu lassen. Die Zuweisungen erfolgten weitgehend in arme und entlegene Gebiete, so etwa in die Sumpfgebiete der Linthebene und in Bergdörfer des Kantons GraubĂŒnden.
Die strukturellen VerÀnderungen seit etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts, nÀmlich
âą die Möglichkeit und der Zwang zur festen Niederlassung, wie er z. B. mit der allgemeinen Schulpflicht administrativ, aber auch durch polizeiliche Vorschriften und MaĂnahmen ausgeĂŒbt wurde,
⹠die Möglichkeit zu industrieller Lohnarbeit,
âą die kostengĂŒnstigere industrielle Produktion der herkömmlichen Hausierwaren,
⹠die flÀchendeckende Entstehung stationÀrer Vertriebsstellen im Zuge einer wachsenden Kaufkraft der Bevölkerung,
âą die Entstehung einer modernen ArmenunterstĂŒtzung, die an ein festes Wohnen und an die Möglichkeit des stĂ€ndigen administrativen Zugriffs auf die Klienten gebunden war, entzogen zum einen der ĂŒberkommenen Erwerbs- und Lebensweise die Grundlagen und eröffneten zum anderen den vormaligen Altstoffsammlern, HausierhĂ€ndlern, Scherenschleifern, Kesselflickern und Kleinhandwerkern die Möglichkeit, von der labilen Existenzform der Dauermigration in die relative StabilitĂ€t einer ortsfesten Existenz zu wechseln, was seit etwa dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in groĂer Zahl geschah. Die soziale Marginalisierung war damit jedoch nicht beendet. Die mehrheitsgesellschaftliche Wahrnehmung, die traditionellen antiziganistischen Vorurteilskomplexe gegen âMĂ€ckeserâ, âFeckerâ usw. blieben davon unberĂŒhrt.
Mit dem gemeinsamen Wohnen der Angehörigen exkludierter Gruppen an meist peripheren WohnplĂ€tzen gab es eine vermehrte AnnĂ€herung der bis dahin voneinander relativ distanzierten Gruppen der Sinti wie der mehrheitsgesellschaftlichen âReisendenâ wie der eingesessenen Armut. Das endogame Heiratsmuster innerhalb der jeweiligen Gruppen verlor an Bedeutung. Es entwickelten sich der kulturelle und sprachliche Austausch. Ein gutes Beispiel dafĂŒr sind die Jenischen in GieĂen, die sich dort im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts niederlieĂen. Ihr Idiom hat einen sehr hohen Romanesanteil. Es wird von ihnen als âManischâ bezeichnet.cite-ref-83[83]
Soweit Jenische noch dauerhaft âreistenâ, taten sie es nun möglichst in bis dahin nicht verwendeten Wohnwagen. Eine Kombination unterschiedlicher Handels- und HandwerkstĂ€tigkeiten blieb bei begrenzter Anpassung an die verĂ€nderten wirtschaftlichen Erfordernisse ihre Lebensgrundlage. Mit Korb- und Siebmachen, Scherenschleifen, Kessel- oder Schirmflicken, mit ambulantem Irdengeschirr- und Porzellanhandel, oft in Verbindung mit dem Altstoffsammeln, behielten sie die traditionelle Erwerbsweise bei.
20. Jahrhundert
Verfolgung im Nationalsozialismus
Die seit Mitte der 1930er Jahre von den Nationalsozialisten erheblich verschĂ€rften MaĂnahmen zur âBekĂ€mpfung der Zigeunerplageâ richteten sich schon vor 1933 nicht nur gegen Roma, sondern zugleich gegen ânach Zigeunerart umherziehende Landfahrerâ, womit Jenische und andere âFahrendeâ gemeint waren. Vermehrt wurden nun Wandergewerbescheine verweigert oder Kinder in FĂŒrsorgeerziehung ĂŒberwiesen. Der âGrundlegende Erlass ĂŒber die vorbeugende VerbrechensbekĂ€mpfung durch die Polizeiâ vom 14. Dezember 1937cite-ref-84[84] ermöglichte eine polizeiliche Vorbeugehaft unter anderem gegen âZigeunerâ, aber auch gegen ânach Zigeunerart Umherziehendeâ. Reichsweite Verhaftungsaktionen der Gestapo im April 1938 (gegen âGewohnheitsverbrecherâ) und der Kripo im Juni 1938 (Aktion âArbeitsscheu Reichâ gegen âAsozialeâ) fĂŒhrten zu Deportationen in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau, Sachsenhausen und Neuengamme. Davon waren neben Sinti, Roma und Juden auch mehrheitsgesellschaftliche, als âdeutschblĂŒtigâ geltende Randgruppenangehörige betroffen. Sie wurden nicht als solche, sondern unter nationalsozialistischen Gruppenetiketten wie âArbeitsscheueâ, âasoziale Elementeâ, âBerufs- und Gewohnheitsverbrecherâ deportiert.cite-ref-85[85] Unter ihnen dĂŒrften etwa auch Menschen mit einem SelbstverstĂ€ndnis als z. B. Landfahrer, Jenische, Schausteller oder Artisten gewesen sein.
FĂŒr die nationalsozialistische âZigeuner- und Asozialenforschungâ, wie sie vor allem durch die 1936 eingerichtete Rassenhygienische und bevölkerungsbiologische Forschungsstelle (RHF) unter ihrem Leiter Robert Ritter betrieben wurde, standen âZigeunerâ im Mittelpunkt des Interesses. Die Kategorie âZigeunerâ war ethnisch-rassisch definiert und gegen Angehörige der deutschen âVolksgemeinschaftâ abgegrenzt, an deren sozialen Rand die nationalsozialistische Asozialenforschung unter anderem auch Jenische platzierte.
Soweit sie auch diese fĂŒr ein neben dem âZigeunersippenarchivâ eingefĂŒhrtes âLandfahrersippenarchivâ erfasste, kategorisierte sie sie nach erbbiologischen Kriterien als âNichtzigeunerâ. Ritters EinschĂ€tzung Jenischer als âminderwertigâ und seine Forderung nach Aussonderung setzte sich auf der Normierungsebene nicht durch. Ihr Fehlen in spĂ€teren Normierungen wird als âfraglos[er] ⊠Beleg dafĂŒrâ gewertet, âdass es Ritter nicht gelungen ist, die Gesetzgeber davon zu ĂŒberzeugen, dass die Jenischen eine relevante rassenhygienische Gruppe und Bedrohung darstellenâ.cite-ref-86[86]
Falls in den von der RHF erfassten Genealogien neben Sinti oder Roma der unterschiedlichen Gruppen auch Angehörige der âdeutschen Volksgemeinschaftâ vorkamen, ergab die Rassendiagnose in Verrechnung des âzigeunerischenâ mit dem âdeutschen Blutsanteilâ unterschiedliche Abstufungen von âZigeunermischlingenâ. GleichgĂŒltig war dabei, welcher Kategorie von âDeutschenâ die âdeutschen Blutsanteileâ zuzuordnen waren. Das âBlutâ von Jenischen oder anderen Fahrenden hatte in dieser Sichtweise einen gleich hohen Wert wie das jeder anderen Gruppe von âDeutschenâ: je âdeutschblĂŒtigerâ, desto geschĂŒtzter ein âMischlingâ, bis hin zum âGeltungs-Nichtzigeunerâ mit âvorwiegend deutschem Blutsanteilâ.cite-ref-87[87] Anders als bei der jĂŒdischen Minderheit mit âVolljudenâ als TrĂ€gern höchsten Risikos galten der nationalsozialistischen Zigeunerforschung âMischlingeâ als besonders gefĂ€hrliche Krankheitserreger am âdeutschen Volkskörperâ.
Die Unterscheidung zwischen âZigeunernâ (mit der Untergruppe der âZigeunermischlingeâ) und âNichtzigeunernâ und damit die ersatzlose Aufgabe der Kategorie der ânach Zigeunerart Umherziehendenâ hatte weitreichende Folgen:
âą âNach Zigeunerart umherziehendeâ Jenische und andere Fahrende bildeten keine Fallgruppe bei der Deportation von mehr als 2500 Angehörigen von âZigeunerâ-Familien ins Generalgouvernement im Mai 1940. Es gab zu keinem Zeitpunkt Gruppendeportationen von jenischen Familien, wie sie fĂŒr die Minderheit der europĂ€ischen Sinti, Roma und die jĂŒdische Minderheit typisch waren.
âą Erst nach dem Abschluss des âZigeunersippenarchivsâ â die rassische Einstufung als Voraussetzung fĂŒr die Vernichtungsdeportationen war jetzt gegeben â begann die RHF jenische Familien und die Familien anderer âfahrenderâ Nicht-Roma in einem âLandfahrersippenarchivâ zu erfassen. Es kam ĂŒber begrenzte regionale AnfĂ€nge nicht hinaus.cite-ref-88[88]
âą Jenische bildeten keine Fallgruppe im Auschwitz-Erlass vom 16. Dezember 1942 bzw. in dessen AusfĂŒhrungsbestimmungen vom 29. Januar 1943.
âą Die Namen jenischer FamilienverbĂ€nde kommen, soweit erkennbar, im âHauptbuchâ des âZigeunerlagersâ in Auschwitz-Birkenau, das ein Namensverzeichnis der mitteleuropĂ€ischen Sinti und Roma ist, nicht vor.cite-ref-89[89]
Auf der empirischen Ebene ist in diesem Zusammenhang Folgendes zu berĂŒcksichtigen:
âą Deportation am 22. Mai 1940 ins Generalgouvernement: 22 der von den sĂŒdwestdeutschen Unterbehörden als âZigeunerâ Betrachteten wurde nach ihrer Festnahme von der RHF als âNicht-Zigeunerâ eingestuft und wieder entlassen. Mindestens fĂŒnf Jenische und ihre Angehörigen, die alle spĂ€ter von der RHF als âNichtzigeunerâ gewertet wurden, wurden im Bereich der Kripoleitstelle Köln dagegen von Unterbehörden benannt und deportiert.cite-ref-90[90]
âą Deportation am 19. Mai 1944 aus den Niederlanden nach Auschwitz-Birkenau: 279 als âwoonwagenbewonersâ von Roma Unterschiedene, die einzelne Unterbehörden auf die Transportliste gesetzt hatten, wurden als âarische Asozialeâ wieder entlassen.cite-ref-91[91]
âą In Tirol forderten Unterbehörden die Erfassung sowohl von âZigeunernâ als auch von ânach Zigeunerart Umherziehendenâ. Da Jenische nach dem NS-Rasse-Konzept als âdeutschblĂŒtigâ nicht zur ersten Gruppe gerechnet wurden, treten sie in den Erfassungslisten des Gaus Tirol-Vorarlberg entgegen dem unterbehördlichen BemĂŒhen nicht auf.cite-ref-92[92]
âą Nach GrĂŒndung des Zwangslagers Berlin-Marzahn 1936 wurden zunĂ€chst auch Familien, die ârassisch nicht zu den Zigeunernâ (Behördenfeststellung 1936) gehörten, dort interniert, da sie wie ein Teil der Berliner Sinti-Familien in Wohnwagen lebten. Ihnen wurde auf Antrag der RĂŒckzug aus dem Lager gestattet. Die Marzahn-Historikerin Patricia Pientka geht davon aus, âdass Personen, die als ânach Zigeunerart umherziehendâ galten, grundsĂ€tzlich â abgesehen von der Anfangsphase des Lagers â nicht dort festgehalten wurden.âcite-ref-93[93]
âą Guenter Lewy untersuchte quellenbasiert die Verfolgung der Sinti und Roma und fragte auch nach der Verfolgungsgeschichte der Jenischen. âIn den Aktenâ bemerkte er nur einen möglichen Fall der KZ-Deportation, den âvon Korseda M., die einer Familie von ânach Zigeunerart umherziehenden Personenâ angehört haben soll und als âasozialâ galt. Sie wurde im Juni 1939 ins KZ RavensbrĂŒck eingewiesen und von dort im MĂ€rz 1942 ins Frauenlager von Auschwitz verlegt.âcite-ref-94[94]
âą Die Annahme, dass sich unter den vom Auschwitz-Erlass betroffenen âZigeunermischlingenâ ĂŒber mögliche EinzelfĂ€lle hinaus Menschen befanden, die sich als Jenische verstanden, scheint nahezuliegen, ist aber ohne Beleg. Ob ein Teil der als âMischlingeâ Begutachteten und spĂ€ter Deportierten sich selbst als Jenische definierte, geht weder aus staatlichen Dokumenten hervor noch ist es Selbstaussagen (z. B. den nicht seltenen Beschwerden gegen die RHF-Begutachtungen) zu entnehmen.
Eine Gleichsetzung der Verfolgungsgeschichte der Jenischen mit der der europĂ€ischen Sinti und Roma gibt es in der Forschung nicht. Die Annahme, dass es eine umfassende und auf Vernichtung zielende Verfolgung dieser Gruppe und anderer Nichtroma-Fahrender gegeben hat, wird dort nicht vertreten. Zwar ist der Forschungsstand unzureichend, stichhaltige Anhaltspunkte aber fĂŒr eine derartige These sind nicht zu erkennen.cite-ref-95[95] Dass die Gruppe der Jenischen als âZigeunerâ verfolgt worden sei, ist angesichts des rassistischen SelbstverstĂ€ndnisses der nationalsozialistischen Zigeunerforschung und der Zielsetzungen der NS-Zigeunerverfolgung unzutreffend.cite-ref-96[96]
Der Text fĂŒr das Berliner Denkmal fĂŒr die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Romacite-ref-mahnmal-97-0[97] spricht auch Jenische an. Formuliert von Fachhistorikern des Instituts fĂŒr Zeitgeschichte in MĂŒnchen und des NS-Dokumentationszentrums in Köln,cite-ref-98[98] beschrĂ€nkt der Text sich auf die Feststellung, dass âauch Angehörige der eigenstĂ€ndigen Opfergruppe der Jenischen und andere Fahrendeâ âvon VerfolgungsmaĂnahmen betroffenâ gewesen seien.cite-ref-99[99] In einer âEntschlieĂungâ befĂŒrwortete der Bundesrat diesen Text, weil er den divergierenden Anliegen der beiden beteiligten Sinti-und-Roma-OpferverbĂ€nde âin gröĂtmöglicher Weiseâ Rechnung trage. In einer BegrĂŒndung ging der Autor der EntschlieĂungsvorlage davon aus, auch Jenische hĂ€tten âals rassistisch [so!] minderwertige 'Zigeuner' ⊠vollstĂ€ndig vernichtet werdenâ sollen. Diese Annahme, die wie bei AntragsbegrĂŒndungen ĂŒblich nicht beschlossen wurde, teilten die Zeithistoriker ebenso wie der Bundesrat ausdrĂŒcklich nicht.cite-ref-100[100]
Am 27. Januar 2014 wurde in der baden-wĂŒrttembergischen Gemeinde Fichtenau ein Gedenkstein fĂŒr jenische Opfer des Nationalsozialismus aus der Gemeinde eingeweiht. Der Landtag von Baden-WĂŒrttemberg publizierte die Gedenkreden sowie Fotos des Ereignisses.cite-ref-101[101]
Zahlen ĂŒber die Verfolgung von Jenischen im Dritten Reich lassen sich bislang nicht auch nur grob schĂ€tzen.
Zu den wenigen bislang bekannten EinzelfĂ€llen gehört der Krefelder Paul Prison. Durch die Setzung eines âStolpersteinsâ in seiner Heimatstadt und die damit einhergehenden Recherchen ist bekannt, dass er nach dem âGesetz zur VerhĂŒtung erbkranken Nachwuchsesâ zwangssterilisiert und im Sommer 1938 verhaftet wurde. In der HĂ€ftlingskategorie âasozialâ wurde er zunĂ€chst in Buchenwald und dann in GroĂ-Rosen inhaftiert, wo er 1942 starb.cite-ref-102[102]
Den nationalsozialistischen Krankenmorden (Euthanasie) fiel als angeblicher âPsychopathâ der 14-jĂ€hrige Ernst Lossa 1944 in der Heil- und Pflegeanstalt Irsee zum Opfer.
Eine Schweizer Publikation nennt Georg Zepf, der im Zuge der Aktion âArbeitsscheu Reichâ im Sommer 1938 in Dachau inhaftiert wurde. 1944 wurde er als HĂ€ftling des KZ Mauthausen bei einem Einsatz im AuĂenkommando Wien-West âauf der Flucht erschossenâ.cite-ref-103[103]
KontinuitĂ€ten ĂŒber 1945 hinaus
Marginalisierung, Diskriminierung und manche Formen der Verfolgung wurden mindestens in Westdeutschland trotz der Erfahrungen mit der nationalsozialistischen Rassenhygiene und in der Schweiz fortgefĂŒhrt. Das antiziganistische Stereotyp von den âsog. Zigeunerverbrechenâ, die von â[Zigeuner]mischlingen und Jenischenâ begangen wĂŒrden, und eine eigentĂŒmliche âKriminalitĂ€tâ und âAsozialitĂ€tâ, die mit der Zahl der jenischen Vorfahren ansteigecite-ref-104[104] blieb ĂŒber den Untergang des NS-Regimes hinaus vital. Ihr fĂŒhrender westdeutscher Protagonist im Forschungsdiskurs war der Rassenhygieniker und Tsiganologe Hermann Arnold.cite-ref-105[105] Soziale und ökonomische Ausgrenzung fand weiterhin massiv statt.cite-ref-106[106] Sie entsprach dem Umgang mit den Sinti und Roma, die den Nationalsozialismus ĂŒberlebt hatten. In der Schweiz blieb â wie im folgenden Abschnitt ausfĂŒhrlich dargestellt â die zwangsweise Umsetzung von jenischen Kindern in mehrheitsgesellschaftliche Familien weiterhin Programm des âHilfswerks fĂŒr Kinder der Landstrasseâ.
In der Schweiz wurden insbesondere an der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Waldhaus in Chur durch Josef Jörger, Johann Benedikt Jörger, Gottlob Pflugfelder und Benedikt Fontana rassentheoretische Forschung zu den Jenischen durchgefĂŒhrt.
Kindesentziehungen in der Schweiz
In der Schweiz wurden von den 1920er bis in die 1970er Jahre hinein Kindesentziehungen, wie sie bis dahin ĂŒblicherweise von den mittleren und unteren Verwaltungsinstanzen gegen randstĂ€ndige Familien praktiziert wurden, im Fall der Kinder aus nicht ortsfest lebenden Familien zentralisiert und systematisiert. Unter dem Dach der halbstaatlichen Stiftung Pro Juventute entstand ein âHilfswerk Kinder der Landstrasseâ.cite-ref-107[107] Ziel war nicht nur, Kinder aus einem, wie es hieĂ, âschĂ€dlichen Milieuâ zu entfernen und ârechtschaffenen Pflegeeltern oder gut geleiteten Anstaltenâ zuzufĂŒhren. Das Hilfswerk betrieb die Kindesentziehungen zugleich âals Mittel fĂŒr aus ihrer Sicht ĂŒbergeordnete gesellschafts- und ordnungspolitische Zweckeâ. âDurch geeignete Placierungs- und Erziehungsmassnahmenâ sollte die âSesshaftmachung der Kinder fahrender Familienâ bewirkt werden, um so âdas Ăbel der VagantitĂ€t ⊠zu ĂŒberwinden.âcite-ref-108[108] âWer die Landfahrerei wirksam bekĂ€mpfen will, muss versuchen, die Gemeinschaft der Fahrenden zu sprengen. Auch wenn das hart klingen mag â er muss der familiĂ€ren Gemeinschaft ein Ende setzen. Eine andere Lösung gibt es nichtâ, schrieb Dr. Alfred Siegfried, der das âHilfswerkâ von der GrĂŒndung 1926 bis zu seiner Pensionierung 1959 leitete.cite-ref-109[109] Sowohl in den streng gefĂŒhrten und hĂ€ufig religiös ausgerichteten Heimen als auch in den Pflegefamilien waren die Kinder hĂ€ufig Misshandlungen und wirtschaftlicher Ausbeutung ausgesetzt. Anders scheint sich die Situation bei Adoptionen darzustellen, die der Leiter des Hilfswerks allerdings mutmaĂlich wegen des damit einhergehenden Kontrollverlusts eher vermied.cite-ref-110[110] Die Schweizer Jenischen waren die Hauptbetroffenen der BekĂ€mpfung der âVagantitĂ€tâ durch Kindesentziehungen.
Nach der Aufdeckung der Praktiken des Hilfswerks in den 1970er Jahren kam es seit den 1980er Jahren unter dem Druck von BĂŒrgerrechtsbewegung, âfahrendenâ Selbstorganisationen und durch eine intensive Ăffentlichkeitsarbeit zu EntschĂ€digungszahlungen aus teils staatlichen, teils privaten Mitteln. An die einzelnen Opfer wurden in der Folge EntschĂ€digungen in der Höhe von einigen Tausend, höchstens aber von 20.000 Franken gezahlt.cite-ref-111[111]
Sowohl in Deutschland als auch in Ăsterreich ist die Ăffentlichkeit seit einigen Jahren mit der Thematik der Heimkinder aus âsozial schwachenâ Familien konfrontiert. Es ist davon auszugehen, dass es Ăberschneidungen mit der Geschichte der Opfer des Schweizer Hilfswerks gibt.cite-ref-112[112]
Staatliche Verfolgung und ihre strafrechtliche Bewertung
In der Schweizer Gesellschaft beendete seit den 1970er Jahren die kritische Auseinandersetzung mit der Verfolgung Jenischer durch das âHilfswerk Kinder der Landstrasseâ die Kindswegnahmen. Sie fĂŒhrte zur Konstituierung einer von âFahrendenâ und mehrheitsgesellschaftlichen UnterstĂŒtzern getragenen sozialen Bewegung, die ein generelles Ende diskriminierender Praktiken, Schutzrechte, materielle EntschĂ€digung und die strafrechtliche Ahndung des Unrechts an âFahrendenâ einforderte.
Ganz Ă€hnlich, wenngleich etwa drei Jahrzehnte spĂ€ter und ohne die breite gesellschaftliche Diskussion und die UnterstĂŒtzung durch eine BĂŒrgerrechtsbewegung wie in der Schweiz, verwiesen deutsche Jenische mit vergleichbaren Forderungen auf eine Verfolgung ihrer Gruppe im Nationalsozialismus.
In den Mittelpunkt stellen jenische Interessenvertretungen heute die Frage des Völkermords. Sie beziehen sich dabei auf Artikel II (e) der UNO-Konvention ĂŒber die VerhĂŒtung und Bestrafung des Völkermords und auf die von dort in das nationale Strafrecht ĂŒbernommenen Normierungen.
Die UNO-Konvention von 1948 qualifiziert die gewaltsame ĂberfĂŒhrung von Kindern einer ânationalen, ethnischen, rassischen oder religiösen Gruppeâ in eine andere Gruppe in der Absicht, sie ganz oder teilweise zu zerstören, als âVölkermordâ und damit als âVerbrechen gemÀà internationalem Rechtâ.cite-ref-unokonvention-113-0[113] Das deutsche Strafrecht sanktionierte im § 220a StGB, der seit 2002 mit dem Gesetz zur EinfĂŒhrung des Völkerstrafgesetzbuches (VStGB) aufgehoben ist, die vorsĂ€tzliche Zerstörung einer ânationale(n), rassische(n), religiöse(n) oder durch ihr Volkstum bestimmte(n) Gruppeâcite-ref-114[114] ebenso als âVölkermordâ wie das schweizerische Strafrecht im Art. 264 StGB mit Blick auf âeine durch ihre Staatsangehörigkeit, Rasse, Religion oder ethnische Zugehörigkeit gekennzeichnete Gruppeâ.cite-ref-stgb-115-0[115] Artikel II (d) der UNO-Konvention Ă€chtet ferner die VerhĂ€ngung von MaĂnahmen, die auf die Geburtenverhinderung innerhalb solcher Gruppen gerichtet sind. Auch hier folgt das nationale Strafrecht jeweils der Konvention. Einzelne Juristen betrachten den Tatbestand des Völkermords an den Schweizer Fahrenden als durch das âHilfswerk Kinder der Landstrasseâ und seine staatlichen Auftraggeber erfĂŒllt. Es handle sich zudem um ein Verbrechen, das nicht verjĂ€hre.cite-ref-116[116] Eine Strafverfolgung hat es bis heute nicht gegeben.
Kernpunkt der Debatte ist die Frage, ob Jenische einer der genannten Gruppen zuzurechnen seien, was in Rechtsprechung, Politik, Gesellschaft und Forschung ganz ĂŒberwiegend verneint wird.
Interessenvertretungen in Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz beschreiben ihre Gruppe seit einiger Zeit als ein âVolkâ bzw. als eine âVolksgruppeâ und parallelisieren deren Geschichte im Nationalsozialismus mit dem Schicksal der Roma und Sinti. âIn welchem AusmaĂ die Entscheidung der Vereine, die Gruppe zu ethnisieren, bei der Basis Zustimmung findet, ist unbekannt.âcite-ref-117[117] Die mythisch begrĂŒndeten Volkskonstrukte nehmen âvor allem die sesshaft gewordenen Jenischenâ âskeptisch bis wenig ernsthaftâ auf. âSie sehen ihre Wurzeln mehrheitlich in den nichtsesshaften Bevölkerungsgruppen des 18. und 19. Jahrhunderts.âcite-ref-118[118] Politik und Forschung unterstĂŒtzten die Vereine bei ihrem BemĂŒhen um kollektiven Einbezug in die Kategorie der Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik bislang nicht. Der Versuch, diese Position im Diskurs um ein Mahnmal fĂŒr die ermordeten Roma und Sinti mehrheitsfĂ€hig zu machen und in den Mahnmaltext einzubringen, war nicht erfolgreich.cite-ref-mahnmal-97-1[97]
Kunst und Kultur
Zirkus, Schaustellerei
Bis heute finden sich Menschen mit jenischem SelbstverstĂ€ndnis oder jenischer Herkunft auf allen Ebenen des Zirkus- und Schaustellermilieus. Sie grenzen sich dort von den als âPrivatenâ bezeichneten GeschĂ€ftsinhabern aus der Mehrheitsbevölkerung ab. Das im Milieu gesprochene Idiom ist sowohl vom Jenischen wie vom Romanes geprĂ€gt. Es ist eine berufsfeldtypische Variante des Jenischen.cite-ref-119[119]
Musik
In alemannisch-bayrischen Gebieten sind jenische Löffel- und Handorgelspieler regionale BerĂŒhmtheiten. Der blinde Geiger FrĂ€nzli Waser prĂ€gte einen eigenen Stil und eine Besetzung der schweizerischen Volksmusik, die heute unter dem Namen FrĂ€nzli-Musik meist als bĂŒndnerische SpezialitĂ€t wahrgenommen wird. 1978 wurde von der Gruppe HölzerLips das Album Jenischer Schall aufgenommen. Viele der Lieder enthalten Formulierungen im jenischen Idiom. Die Produktion ist Zeugnis einer WertschĂ€tzung jenischer Kultur durch Menschen aus der Mehrheitsbevölkerung, die in den 1970er Jahren im Umfeld der Hippie-Bewegung als eine Art Zigeuner-Kultur wahrgenommen wurde. Man fĂŒhlte sich ihr in gewisser Weise verbunden und wandte romantisierende âZigeunerâ-Klischees auf sie an.
Als âjenischen Rock-Chansonnierâ bezeichnen jenische Selbstorganisationen den vor allem in Frankreich bekannten Musiker Stephan Eicher.cite-ref-120[120] Eicher selbst sieht sich nur als âpetit-fils dâun Jenischâ.cite-ref-121[121] Der âZigeuner-Rockpoetâ Eicher, so die Schweizer Weltwoche, sei die Erfindung eines Kulturmanagers und Musikpromoters, der einen tabuisierten jenischen GroĂvater von Eicher entdeckt habe (âStephan, du bist ab jetzt ein Zigeuner.â).cite-ref-122[122]
Eine aktuelle luxemburgische Gruppe ist das Duo âDâLompekrĂ©imerâ (LumpenkrĂ€mer), mit Pit Vinandy und Oliver Kayser. Die Texte sind in Jenisch, Luxemburgisch, Deutsch, Französisch und Englisch.
Siehe auch
Kunsthandwerk
Manche Jenische beweisen nicht nur handwerkliches Geschick bei der Herstellung von Korbwaren oder Schnitzereien, sondern stellen kunsthandwerklich bemerkenswerte geflochtene StĂŒhle, Bugholz- und Rattanmöbel her. Ihre Produkte bieten sie an hervorgehobenen Punkten an den StraĂen, auf MĂ€rkten und mit abnehmender HĂ€ufigkeit als Hausierware an.
Nach wie vor betĂ€tigen sich Jenische bis heute als Korb- oder Stuhlflechter, zu bemerken ist allerdings gerade beim Angebot des StraĂenhandels der Ăbergang zu angekauften Korbwaren und vermehrt zu groĂformatigen bunten Plastikfiguren.
Das Museum der Kulturen Basel besitzt eine umfangreiche Sammlung jenischer Kunsthandwerksarbeiten, die vor allem auf die intensive Zusammenarbeit des Museums mit Engelbert Wittich zurĂŒckgeht, in der permanenten Ausstellung jedoch nicht zu sehen ist.
Bildende Kunst
Der Schweizer Walter WegmĂŒller (* 1937; â 2020) war ein Heim- und Verdingkind aus der âAktion Kinder der Landstrasseâ.cite-ref-123[123] Ob er sich als jenisch oder als Rom oder als beides betrachtete, muss offenbleiben. In der Zeitschrift der Radgenossenschaft wird er als âein Rom-Kind aus dem Stamm der Kalderaschâ beschrieben.cite-ref-124[124]
Bekannt wurde er vor allem durch seine Tarotkarten. Er war aber neben seinem malerischen Werk auch plastisch tĂ€tig, wirkte an mehreren Filmen mit, gestaltete eine Swatch-Uhr (Oracolo) usw. 1972/73 machte er auch einen âAusflugâ in die Musik: The 7up-Sessions mit Timothy Leary, Sergius Golowin und Brian Barrit und veröffentlichte die LP TAROT, kosmische Musik mit Klaus Schulze, Walter Westrupp und vielen anderen. Er war Mitglied der KĂŒnstlergruppen âFarnsburggruppeâ und âvisarteâ. In den 1970er Jahren war er MitbegrĂŒnder, Aktivist und zeitweiliger PrĂ€sident der Radgenossenschaft der Landstrasse, Dachorganisation der Schweizer Jenischen und Roma.cite-ref-125[125] 2007 nahm er an einer Tagung jenischer Kulturschaffender des Vereins schĂ€ft qwant teil.
Der Schweizer Ernst Spichiger (* 1951; â 2020) fand als Opfer von Kinder der Landstrasse erst spĂ€t den Weg zu seiner Verwandtschaft und Abstammung. Seine Bilder, meist Ăl auf Leinwand, zum Teil auch Collagetechniken, zeigen einerseits die Landschaften seines Lebens, andererseits oft aber auch die thematische Verarbeitung seiner Abstammung und des Umgangs der Gesellschaft mit seiner Minderheit. Er war PrĂ€sident des Vereins Schinagl und lebte als reisender KĂŒnstler im Wohnwagen.cite-ref-ernstspichiger-127-0[127]
Unter dem Namen Luis (Luis Lucke, * 1956) wird auf den Webseiten des Jenischen Kulturverbandes Ăsterreich ein weiterer jenischer KĂŒnstler vorgestellt. Er wurde als 14. Kind in eine jenische GroĂfamilie hineingeboren. Sein Vater war schon als RegionalkĂŒnstler in Tirol und Umgebung tĂ€tig und bekannt. Luis wurde im Alter von etwa sechs Jahren in ein Erziehungsheim verschleppt. Dort wurde er schwer misshandelt. In Frankreich (Lyon) konnte er seine Techniken perfektionieren.
Jenische Sprache und Literatur
â
Hauptartikel
:
Jenische Sprache
Das Jenisch ist keine voll ausgebaute Sprache, sondern besteht aus einem semantisch abweichenden, nicht sehr umfangreichen separaten Teilwortbestand des Deutschen bzw. in Frankreich auch des Französischen unter Einschluss zahlreicher Entlehnungen aus anderen Sprachen. Der Hauptwortbestand, Grammatik, Syntax und Lautung folgen der umgebenden Mehrheitssprache (z. B. Deutsch, auch in dialektaler AusprĂ€gung, Französisch usw.). Die kommunikativen Möglichkeiten sind daher begrenzt. Es ist nicht möglich, umfangreiche und komplexe Sachverhalte in ausfĂŒhrlichen Texten allein aufs Jenische gestĂŒtzt darzustellen. Demzufolge veröffentlichen Autoren mit jenischem SelbstverstĂ€ndnis in der Sprache der Mehrheitsgesellschaft. Die seltenen literarischen Texte jenischer Sprache beschrĂ€nken sich auf Kleinformen.cite-ref-128[128]cite-ref-129[129]
In der deutsch-luxemburgischen Eifel veröffentlichte der regional bekannte Mundart-Dichter und Jenischer Peter Zirbes (1825â1901) Gedichte und Geschichten.
In Deutschland veröffentlichte Engelbert Wittich (1878â1937) Folkloristisches und Kulturgeschichtliches ĂŒber Sinti und Jenische. Er publizierte auch Gedichte und Lieder auf Jenisch.
Der schweizerische Jenische Albert Minder (1879â1965) publizierte 1948 die âKorber-Chronikâ, eine Art SittengemĂ€lde der Jenischen in der Schweiz des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.
Die schweizerische Jenische Mariella Mehr (1947â2022) wurde durch ihre Schriften ĂŒber ihre Vergangenheit als Opfer des Hilfswerks Kinder der Landstrasse international bekannt. Sie sah sich weniger als Schweizer als vielmehr als Roma-Schriftstellerin.cite-ref-130[130] Sie publizierte auf Deutsch und gelegentlich in Romanes und war Mitglied der International Romani Writers (IRWA), deren VizeprĂ€sidentin sie zeitweise war.cite-ref-131[131] FĂŒr ihre schriftstellerische Leistung wie fĂŒr ihr minderheitspolitisches Engagement erhielt sie 1998 die EhrendoktorwĂŒrde der UniversitĂ€t Basel.
Der österreichische Jenische Romed Mungenast (1953â2006) publizierte in Deutsch und Jenisch vor allem Kurztexte und Gedichte.cite-ref-132[132]
Die österreichische Jenische Simone Schönett (* 1972) verarbeitete in ihrem Roman âIm Moosâ ihre Kindheit in Ăsterreich.cite-ref-133[133] Im Roman âAndere Akkordeâ befasst sie sich literarisch mit der Perspektive des Zusammenschlusses der verschiedenen Volksgruppen auf europĂ€ischer Ebene.cite-ref-134[134]
Der schweizerische Jenische Peter Paul Moser (1926â2003) veröffentlichte im Eigenverlag eine dreibĂ€ndige Autobiographiecite-ref-135[135] mit vielen Reprints von Dokumenten aus seiner Akte als Opfer des Hilfswerks Kinder der Landstrasse.
Der schweizerische Jenische Venanz Nobel (* 1956) publiziert in deutscher Sprache Zeitungsartikel und BuchbeitrĂ€ge ĂŒber die Geschichte der Jenischen und jenisches Leben heute.cite-ref-136[136]
Die Deutsche Helga Röder (* 1929) schrieb zwei dokumentarisch-biographische Romane.cite-ref-137[137]
Die Schweizerin Isabella Huser (* 1958) mit jenischen Vorfahren schrieb zwei Romane, die sich mit der Familiengeschichte auseinandersetzen.cite-ref-138[138]
Der Schweizer Aktivist der jenischen Radgenossenschaft Willi Wottreng (* 1948) ist Verfasser einer âgrossen ErzĂ€hlungâcite-ref-139[139], von der die Zeitschrift âScharotlâ schreibt, sie sei âerfĂŒllt von jenischem Geist und spiegelt unsere Kulturâ.cite-ref-140[140]
Alltagskultur
Von 1722 bis 1817 gab es in Gersau am VierwaldstĂ€ttersee â bis 1798 selbstĂ€ndige Republik â eine alljĂ€hrliche âFeckerchilbiâ. Sie wurde wesentlich von sogenannten âFahrendenâ, womit Jenische, Manouches, Sinti und Roma gemeint waren, geprĂ€gt.cite-ref-141[141] 1832 wurde die Gersauer Feckerchilbi verboten. 1982 wurde der alte Anlass im Rahmen der 600-Jahr-Feiern der Republik Gersau wiederbelebt. Seither gab es in unregelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden wieder âFeckerchilbenâ. Mit der Beteiligung von Jenischen und Sinti war dieser Gersauer Jahrmarkt ein gesuchter touristischer Anziehungspunkt und zugleich ein wichtiger Ort minderheitlicher Kommunikation und SelbstbestĂ€tigung.
Andere öffentliche AnlĂ€sse der Schweizer Jenischen sind religiös geprĂ€gt wie die seit 1999 im Juli stattfindende Wallfahrt zur Schwarzen Madonna im Kloster Einsiedeln (Kanton Schwyz) oder die Wallfahrt nach Notre-Dame-des-Marches in Broc FR,cite-ref-143[143] an denen bis zu mehreren hundert Jenische teilnehmen.cite-ref-144[144] RegelmĂ€Ăig fahren auch Schweizer Jenische im Mai nach Saintes-Maries-de-la-Mer zur Wallfahrt zu Ehren der Schutzheiligen Sarah, ein Brauch, der offenbar von Roma ĂŒbernommen wurde.cite-ref-145[145]
Freikirchliche Schweizer Jenische haben ebenfalls regelmĂ€Ăig gröĂere Treffen.cite-ref-146[146]
Jenische sind, ohne als solche besonders wahrgenommen zu werden, regelmĂ€Ăig als Marktbeschicker und Schausteller tĂ€tig. Ăber Treffpunkte und -anlĂ€sse herausragender Bedeutung wie in der Schweiz ist aus anderen west- und mitteleuropĂ€ischen LĂ€ndern nichts bekannt.
Sport
In Ichenhausen (Bayern) gibt es seit 1980 einen FuĂballverein mit jenischem SelbstverstĂ€ndnis.cite-ref-147[147] Es ist der mit Abstand Ă€lteste Zusammenschluss von Jenischen in Deutschland.
Das Bootschen (Botschen) â im italienisch- bzw. französischsprachigen Raum als Boccia bzw. als Boule/PĂ©tanque bekannt â ist ein auch bei Jenischen beliebtes Spiel. Um es spielen zu können, bedĂŒrfen Jenische nicht der ĂŒblichen Ausstattung mit Kugeln und eines abgemessenen Spielraums. Es genĂŒgen Feldsteine und freies GelĂ€nde. Im Zusammenhang der Belebung und Entwicklung eigentĂŒmlicher gruppentypischer Sozialpraktiken wird Bootschen von Jenischen als âein traditionelles jenisches Spielâ beschrieben und ist seit einigen Jahren gelegentlich Gegenstand von Turnieren.cite-ref-148[148] DafĂŒr, dass es sich um ein altes europĂ€isches Spiel handelt, spricht die weite europĂ€ische Verbreitung. Im deutschen Sprachraum findet sich bis heute das Wort âBotschenâ als Dialektrelikt im Riograndenser HunsrĂŒckisch. Im Grimmschen Wörterbuch erinnert die âBotzkugelâ an das alte Spiel.
Abgrenzungen und Gemeinsamkeiten
Da Marginalisierungs- und Exklusionsprozesse und deren Verfestigung keine ethnische oder territoriale Besonderheit, sondern universal und ĂŒberzeitlich sind, gab und gibt es soziokulturell Ă€hnliche Gruppen auch anderswo, so etwa die Burakumin in Japan, die Pavee in den angelsĂ€chsischen LĂ€ndern, die Quinqui in Spanien, die Sarmastaari in Baluchistan oder die Gadawan Kura (âHyĂ€nen-Menschenâ), die als Schausteller, Gaukler und Wunderheiler durch Nigeria ziehen.cite-ref-149[149]
GegenĂŒber Roma vertreten jenische Familien traditionell eine strenge Abgrenzung bis hin zum erklĂ€rten Heiratsverbot,cite-ref-150[150] die sich unter den Bedingungen des gemeinsamen Lebens in sozialen Brennpunkten aber inzwischen âteilweiseâ gelockert habe, wie ein Verfasser bereits Ende der 1970er Jahre meinte.cite-ref-151[151]
Eine nicht weniger strikte Abgrenzung bis hin zum Ausschluss aus der Gemeinschaft bei Regelverletzung praktizieren umgekehrt zumindest Sinti (Manouches) gegenĂŒber Jenischen.cite-ref-152[152] Sie brĂ€chten, heiĂt es, hĂ€ufig Jenischen gegenĂŒber âeine deutliche Verachtung zum Ausdruckâ.cite-ref-153[153] Nichtjenische Frauen aus der Mehrheitsgesellschaft demgegenĂŒber seien â so eine Untersuchung aus den 1960er Jahren â begehrte Heiratspartnerinnen.cite-ref-154[154]
Auf internationaler politischer Ebene werden die Nichtroma-Gruppen, denen eine âfahrendeâ Vergangenheit und/oder Gegenwart zugeschrieben wird, in Europa oft zusammenfassend als âTravellersâ bezeichnet.cite-ref-ertf-org-155-0[155]
Selbstorganisation
ZusammenschlĂŒsse, Geschichte
Nach den öffentlichen Protesten gegen das Hilfswerk Kinder der Landstrasse entstanden in der Schweiz mit der Entstehung einer sozialen und bĂŒrgerrechtlichen Bewegung erste jenische Organisationen.
Radgenossenschaft der Landstrasse
Die Radgenossenschaft der Landstrasse wurde 1975 gegrĂŒndet. In den Anfangszeiten firmierte sie als âInteressengemeinschaft des Fahrenden Volkes in der Schweizâ. Ein gemeinsames SelbstverstĂ€ndnis als âfahrendeâ Gruppen einigte lange die Gruppenvertreter der Jenischen, Sinti und Roma in der âRadgenossenschaftâ.cite-ref-156[156]
In weiter soziografischer Definition bezeichnete sie sich als Gesamtvertretung der âZigeunerâ und beschrieb Jenische als einen âStamm der Romaâ und als aus Indien zugewandert. âDie Zigeuner bilden eine gemischte Gemeinschaft von Sinti, Romani und Jenischen, zusammengeschweisst durch ihr Schicksal, durch Verfolgung und Misstrauen der sesshaften Umweltâ (Radgenossenschaft, 1992).cite-ref-157[157] 1979 trat die Radgenossenschaft der International Romani Union (IRU) bei.
Gleichzeitig grenzte sich damit â wie auch andere jenische ZusammenschlĂŒsse â von der Roma-Minderheit ab. Man postulierte die Existenz eines âjenischen Volksâ und erklĂ€rte, dass es mit dem âfahrenden Volkâ weitgehend identisch sei, da es in der Schweiz wenig Sinti gebe.cite-ref-158[158] Die wenigen Sinti wĂŒrden âreisenâ, und sie seien meist âmit Jenischen verwandtâ. Die Eigenschaft âjenischâ gilt gemÀà einer Darstellung von 1992 nicht als von auĂen oder selbst zugeschrieben, sie wird ethnisch definiert, ein wesentliches Kriterium ist die biologische âAbstammungâ: Jenische seien dann als âReisendeâ zu bezeichnen, wenn sie âauf Reise fahrenâ. âReisendeâ aber seien umgekehrt nur dann âJenischeâ, wenn sie verwandtschaftlich von diesen abstammten.cite-ref-159[159]
In ihren 2016 revidierten Statuten erklĂ€rte die Radgenossenschaft im Zweckartikel: "Die Radgenossenschaft vertritt die Interessen der Jenischen, Sinti und Roma in der Schweiz, sowohl des fahrenden wie des sesshaften Teils dieser Minderheiten. Zentrale Aufgabe ist es, eine politische Stimme dieser Minderheiten zu sein und ihre Anliegen in der Ăffentlichkeit und gegenĂŒber Behörden zu vertreten. Ziel ist die Anerkennung der Jenischen, Sinti und Roma als nationale Minderheiten.cite-ref-160[160]
Diese Entwicklung lÀsst sich unter dem Stichwort Ethnisierung beschreiben.cite-ref-161[161]
In diesem Sinn bekundet die Radgenossenschaft, die Interessen aller Roma zu âunterstĂŒtzenâ. Sie beschreibt sich inzwischen (2016) als âDachorganisation der [Schweizer] Jenischen und Sintiâ.cite-ref-162[162] Diese sind nach aktueller Definition der Bundesbehörden ânationale Minderheiten der Schweizâ.cite-ref-163[163]
Politische Ziele
Im Zweckartikel ihrer Statuten formuliert die Radgenossenschaft folgende Ziele: âZiel ist die Anerkennung der Jenischen, Sinti und Roma als nationale Minderheiten. Die Radgenossenschaft fördert alle Bestrebungen, welche die Minderheiten stĂ€rken: Schaffung von Lebensraum â namentlich die Schaffung von Stand und DurchgangsplĂ€tzen; Soziale UnterstĂŒtzung â durch Beratung und Vermittlung; Förderung der Kultur â mit Veranstaltungen, mit der Organisation der Feckerchilbi, FĂŒhrung eines Dokumentationszentrums; Förderung der Bildung â Integration in den regulĂ€ren Schulen und UnterstĂŒtzung wĂ€hrend der Reise; Förderung der Minderheitensprachen â Schaffung von Lernmöglichkeiten fĂŒr Minderheitenangehörige; Vernetzung der Organisationen der Minderheiten â auf dem Boden der demokratischen Auseinandersetzung; Pflege der Beziehungen mit den Behörden â und Eintreten fĂŒr einen respektvollen Verkehr auf Augenhöhe; Pflege der internationalen Beziehungen; die Radgenossenschaft versteht sich als Teil der internationalen Roma-Bewegung; Förderung und Erhalt der jenischen Sprache.âcite-ref-164[164]
FĂŒr die Schweiz gilt, dass aufgrund internationaler gesetzlicher Vereinbarungen und gemÀà Bundesgerichtsurteil die Kantone verpflichtet sind, PlĂ€tze fĂŒr die reisenden Bevölkerungsgruppen zu schaffen und schulpflichtigen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen.cite-ref-165[165] Anders als in Deutschland und Ăsterreich, wo entsprechende Forderungen ohne Widerhall blieben, sind in der Schweiz einige StandplĂ€tze fĂŒr den dauerhaften Aufenthalt im Winter und einige DurchgangsplĂ€tze fĂŒr die Reise entstanden und weitere werden projektiert.
Neben der Verbesserung des Angebots an Stand- und DurchgangsplĂ€tzen fordern Schweizer jenische Interessensorganisationen vor allem Gewerbeerleichterungen fĂŒr mittelstĂ€ndische Marktbeschicker. Schule und staatlich geregelte Berufsausbildung problematisierten sie in den 1990er Jahren als âGefahrâ mit âkatastrophalen Konsequenzenâ.cite-ref-166[166] âDie Fahrendenâ, so einer ihrer Sprecher, âmĂŒssen gar nicht mehr können, als ihren Namen schreiben und etwas rechnen.âcite-ref-167[167] FĂŒr eine Ausweitung der Kinderarbeit plĂ€dieren die Radgenossenschaft und der Verein schĂ€ft qwant. Gewerbescheine sollten âmöglichst schon ab zwölf Jahrenâ zu haben sein.cite-ref-168[168]
Da auch Roma âreisenâ wĂŒrden, fordert die Radgenossenschaft mit Blick auf den AuslĂ€nderstatus âTransitplĂ€tzeâ als gelegentliche âHaltemöglichkeitenâ fĂŒr den Weg durch die Schweiz.cite-ref-daniel-huber-169-0[169] Wiewohl Roma âaus dem Auslandâ âMenschen wie du und ichâ seien, die âLebensraumâ brauchen wĂŒrden, mĂŒsse es doch innerhalb der Schweiz eine rĂ€umliche Trennung von Schweizer Marktbeschickern, Schaustellern etc. aus den Bevölkerungsgruppen der Jenischen und Sinti geben, âda der Lebensraumâ fĂŒr diese âschon knapp bemessenâ sei.cite-ref-daniel-huber-169-1[169] Seit vielen Jahren erhebt die Schweizer Radgenossenschaft der Landstrasse als Dachorganisation der Schweizer âFahrendenâ die Forderung nach âTrennungâ der âverschiedenen Kulturenâ der nichtschweizerischen und der Schweizer Fahrenden durch unterschiedliche PlĂ€tze.cite-ref-170[170]
In den 1990er Jahren forderte sie
âą gut ausgestattete und auslĂ€nderfreie Stand- und DurchgangsplĂ€tze fĂŒr die Schweizer Fahrenden und
âą davon getrennte DurchgangsplĂ€tze âmit minimalen Infrastrukturenâ fĂŒr Fahrende aus dem Ausland.cite-ref-171[171] Dies, weil sich Behörden oft unter Hinweis auf Kosten, nach Meinung der Fahrenden aber aus rassistischen GrĂŒnden um die Schaffung von DurchgangsplĂ€tzen namentlich fĂŒr reisende Familien aus dem Ausland drĂŒcken.cite-ref-172[172]
Kampf fĂŒr die Anerkennung der Jenischen als Minderheit
2015 wandten sich die Radgenossenschaft, der Verein SchĂ€ft Qwant und die jĂŒngeren ZusammenschlĂŒsse âCooperation Jenische Kulturâ und âOrganisation Jenisch-Manisch-Sintiâ mit einer Petition an den Schweizer Bundesrat, die 2016 mit mehr als 1000 Unterschriften âvon teilweise namhaften Persönlichkeitenâ eingereicht wurde.cite-ref-173[173] Diese fordert wiederum die getrennte Anerkennung zweier nationaler Minderheiten und in Aufgabe des bisherigen Titels âFahrendeâ unter den jeweiligen Selbstbezeichnungen âJenischeâ bzw. âSintiâ. Damit reagierte die Initiative darauf, dass âinsbesondere ⊠die grosse Mehrheit der sesshaft lebenden Jenischen und Sinti ohne Minderheitenschutzâ sei, da ihre reale Lebensweise nicht die eines âfahrendes Volksâ ist.cite-ref-174[174]cite-ref-175[175]
Weitere jenische ZusammenschlĂŒsse
Die Genossenschaft fahrendes Zigeuner-Kultur-Zentrum entstand 1985 nach der Neuausrichtung der Radgenossenschaft als Abspaltung mit dem Ziel, die Zusammenarbeit von Jenischen, Sinti und Roma wie bis dahin aufrechtzuerhalten, zu verbessern und in diesem Sinn Ăffentlichkeitsarbeit zu leisten.
1986 richteten Jenische und Sinti mit staatlichen und privaten Spenden die Stiftung Naschet Jenische ein. Die Stiftung bezweckte die Wiedergutmachung fĂŒr die Betroffenen des âHilfswerksâ und verfĂŒgte ĂŒber einen Fonds in Millionenhöhe. Ein groĂer Teil der Fondsgelder wurde jedoch fĂŒr andere Zwecke verausgabt. Die Stiftungsleitung wurde in der Folge ihrer Aufgaben entbunden. Eine neue Auszahlungskommission konstituierte sich 1991 neu unter dem Dach einer halbstaatlichen NeugrĂŒndung, der Stiftung zur Wiedergutmachung fĂŒr die Kinder der Landstrasse. Naschet Jenische ist seither eine Beratungseinrichtung.cite-ref-176[176]
1992 wurde als Gegenorganisation zur Stiftung Naschet Jenische der Verein Interessengemeinschaft Kinder der Landstrasse gegrĂŒndet, der sich fĂŒr eine Vergangenheitsaufarbeitung und Rehabilitierung der Betroffenen einsetzt.cite-ref-177[177]
Der Verein Schinagl hat sich zum Ziel gesetzt, mittels neuer Berufsbildungsprogramme an neue wirtschaftliche Umgebungen angepasste fahrende Lebensweisen zu ermöglichen.
Um 2005 eröffnete sich jenischen Interessenvertretern die Möglichkeit, sich am Diskurs mit Vertretern der deutschen Politik um den Text fĂŒr ein Denkmal fĂŒr die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas zu beteiligen. Die öffentliche Aufmerksamkeit fĂŒr die Gruppe nahm zu und regte intern die Bereitschaft zur Selbstorganisation an. Es entstanden in kurzer Folge mehrere jenische NeugrĂŒndungen, so dass es heute eine gröĂere Zahl jenischer bzw. von Jenischen gefĂŒhrter Interessenvereinigungen im deutschsprachigen Raum gibt.
2004 wurde das European Roma and Traveller Forum als dem Europarat assoziierte NGO mit Sitz in StraĂburg gegrĂŒndet.cite-ref-ertf-org-155-1[155] Dort ist auch die Radgenossenschaft der Landstrasse vertreten. Ihr ReprĂ€sentant in der vor allem von Roma bestimmten Institution ist abweichend vom ĂŒblichen Auftreten der RG in diesem Fall nicht ein Jenischer, sondern ein Manouche aus der französischsprachigen Schweiz.cite-ref-178[178]
Die Gemeinschaft Kochemer Loschen, die von einigen Jenischen in Luxemburg und Umgebung gegrĂŒndet wurde, setzt sich fĂŒr die jenische Jugend ein.
In Singen existiert seit 2003 ein âVerein der Jenischen e. V.â.cite-ref-singen-179-0[179]
Die Union der Vertreter und Vereine der Schweizer Nomaden (UVVSN) ist eine Vereinigung mehrerer Vereine und Vertreter von Schweizer Fahrenden. Sie wurde 2016 mit dem Ziel gegrĂŒndet, die fahrende Lebensweise der Schweizer Nomaden in ihrem Land zu unterstĂŒtzen und zu erhalten. Sie wurde auch gegrĂŒndet, um die Kultur der Jenischen und der Sinti in der Schweiz zu bewahren.cite-ref-182[182]
GesamtĂŒberblick
âą Radgenossenschaft der Landstrasse, Schweiz, gegrĂŒndet 1975, [22]
âą FC GrĂŒn-WeiĂ Ichenhausen, Ichenhausen (Bayern), gegrĂŒndet 1980
âą Fahrendes Zigeuner-Kultur-Zentrum fĂŒr âJenische, Sinti und andere Fahrendeâ, Schweiz, gegrĂŒndet 1985
âą Naschet Jenische, Schweiz, gegrĂŒndet 1986
âą Verein zur Anerkennung der Jenischen in Ăsterreich und Europa, Ăsterreich
âą Verein der Jenischen e. V., Singen, Deutschland, gegrĂŒndet 2003cite-ref-singen-179-1[179]
âą Transnationaler Verein schĂ€ft qwant, Schweiz, gegrĂŒndet 2003
âą Association Action Sinti et Jenisch Suisses, französischsprachige Schweiz, gegrĂŒndet nach 2005
âą Jenischer Bund, Deutschland, gegrĂŒndet 2006
âą Bewegung der Schweizer Reisenden, Schweiz, gegrĂŒndet 2013
âą Blog der luxemburgischen Jenischen Gemeinde Kochemer Loschen
âą Verein Schinag(e)l, Schweiz
âą Förderverein fĂŒr die Jenischen und andere Reisende e. V.
âą Union der Vertreter und Vereine der Schweizer Nomaden, Schweiz, gegrĂŒndet 2016
âą Zentralrat der Jenischen in Deutschland e.V., gegrĂŒndet 2019
Literatur
Belletristik
âą Robert Domes: Nebel im August: Die Lebensgeschichte des Ernst Lossa. cbt, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-570-30475-4.
⹠Helga Röder: Tamara aus dem Volk der Jenischen. Kindheit und Alltag eines ZigeunermÀdchens. Marsilius-Verlag, Speyer 2004, ISBN 3-929242-33-8.
âą Helga Röder: Tamara. Kriegsjahre eines MĂ€dchens. Schaffen und Wirken in guten wie in schlechten Tagen. Scheinerling-Verlag, NeuluĂheim o. J, ISBN 3-9809779-0-0.
âą Thomas Sautner: Fuchserde. Picus, Wien 2006, ISBN 3-85452-498-6.
âą Hans-Jörg Schneider: Hunkeler macht Sachen. Bastei LĂŒbbe, Bergisch Gladbach 2006, ISBN 3-404-15435-5.
⹠Michael Theurillat: SechselÀuten. Ullstein, Berlin 2010, ISBN 978-3-548-60944-7 (= List-TB. 60944).
⹠Simone Schönett: re:mondo. Edition Meerauge, Klagenfurt 2010, ISBN 978-3-7084-0385-4.
âą Willi Wottreng: Jenische Reise. Eine grosse ErzĂ€hlung, Bilger-Verlag, ZĂŒrich 2020, ISBN 978-3-03762-087-8.
TheaterstĂŒcke
âą Gerhard Zahner: Die Reisâ TheaterstĂŒck unter Förderung des Landes Baden-WĂŒrttembergcite-ref-183[183] ĂŒber die Jenischen unter Regie von Mark ZurmĂŒhle.cite-ref-184[184]cite-ref-185[185]
Studien zu Teilbereichen und Einzelfragen
âą GĂŒnter Danzer: Jenisch diebra en Oberberg. Hess, Syrgenstein 2006, ISBN 3-935128-03-7 (AusdrĂŒcke und Redewendungen, Lieder und Gedichte, Geschichten und TheaterstĂŒcke, Wörterlisten).
âą Guadench Dazzi/Sara Galle/AndrĂ© Kaufmann/Thomas Meier: Puur und Kessler. Sesshafte und Fahrende in GraubĂŒnden. Hrsg. Institut fĂŒr Kulturforschung GraubĂŒnden jkg, Baden 2008, ISBN 978-3-03919-090-4.
âą Gerhard Fritz: Eine Rotte von allerhandt rauberischem Gesindt. Ăffentliche Sicherheit in SĂŒdwestdeutschland vom Ende des DreiĂigjĂ€hrigen Krieges bis zum Ende des Alten Reiche. (= Stuttgarter historische Studien zur Landes- und Wirtschaftsgeschichte), Ostfildern 2004.
âą Hildegard Ginzler: Die âMusfallskrĂ€merâ aus der Eifel. Entwicklung des Drahtwarengewerbes in Neroth als Beispiel fĂŒr Selbsthilfe in einer Mittelgebirgsregion. Gesellschaft fĂŒr Volkskunde, Mainz 1986, ISBN 3-926052-00-7.
âą Hasso von Haldenwang: Die Jenischen â Erinnerungen an die Wildensteiner HausiererhĂ€ndler. Baier, Crailsheim 1999, ISBN 3-929233-19-3.
⹠Franz Jansky: Noppi Gadschi. Jenisch Baaln. Niederösterreich, Eigenverlag, Loosdorf 1991.
âą Hans-GĂŒnther Lerch: âTschĂŒ lowi âŠâ. Das Manische in GieĂen. Die Geheimsprache einer gesellschaftlichen Randgruppe, ihre Geschichte und ihre soziologischen HintergrĂŒnde. GieĂen 1976.
âą Clo Meyer: âUnkraut der Landstrasseâ. Industriegesellschaft und NichtseĂhaftigkeit am Beispiel der Wandersippen und der schweizerischen Politik an den BĂŒndner Jenischen vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg. Desertina-Verlag, Disentis 1988, ISBN 3-85637-127-3.
âą Fritz NeuschĂ€fer: Die Geschichte der âJenischenâ und âManischenâ in GieĂen. In: Manfred H. Klös (Bearb.): Ein StĂŒck GieĂener Geschichte. GieĂen o. J. (1988), S. 51â55
âą Ulrich Friedrich Opfermann: Der âMĂ€ckesâ â Zu Geschichte und Bedeutungswandel eines SchmĂ€hworts. In: Nassauische Annalen. Bd. 109, 1998, S. 363â386.
âą Toni Pescosta: Die Tiroler Karrner, Vom Verschwinden des fahrenden Volkes der Jenischen. Wagner, Innsbruck 2003, ISBN 3-7030-0385-5.
âą Johann Plenge: WesterwĂ€lder Hausierer und LandgĂ€nger. In: Untersuchungen ĂŒber die Lage des Hausiergewerbes in Deutschland. Bd. 2, Leipzig 1898.
âą Wolfgang Scheffknecht: Armut und Not als soziales Problem: Aspekte der Geschichte vagierender Randgruppen im Bereich Vorarlbergs vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. In: Innsbrucker Historische Studien. 12/13 (1990), S. 9â96
⹠Heidi Schleich: Die jenische Sprache in Tirol. Diplomarbeit, UniversitÀt Innsbruck 1998
⹠Heidi Schleich: Das Jenische in Tirol. Sprache und Geschichte der Karrner, Laninger und Dörcher. EYE, Landeck 2001, ISBN 3-901735-09-7. (mit einem Beitrag von Anton S. Pescosta)
⹠Ernst Schubert: Arme Leute. Bettler und Jauner im Franken des 18. Jahrhunderts. Degener, Neustadt an der Aisch 1983 (= Veröffentlichungen zur frÀnkischen Geschichte, Reihe IX: Darstellungen aus der frÀnkischen Geschichte, 26)
âą Wolfgang Seidenspinner: Herrenloses Gesindel. Armut und vagierende Unterschichten im 18. Jahrhundert. In: Zeitschrift fĂŒr die Geschichte des Oberrheins. 133 (1985), S. 381â386.
âą Wolfgang Seidenspinner: Jenische. Zur ArchĂ€ologie einer verdrĂ€ngten Kultur. In: BeitrĂ€ge zur Volkskunde in Baden-WĂŒrttemberg. 8 (1993), S. 63â95.
âą Johann Weber: Der Matzenberg: Sozialgeschichtliche Studie ĂŒber die Entstehung des Dorfes Carlsberg im 18. Jahrhundert Beitrag zur Geschichte des Leininger Landes, Landau/Pfalz 1913.
âą Willi Wottreng: ZigeunerhĂ€uptling. Vom Kind der Landstrasse zum Sprecher der Fahrenden â Das Schicksal des Robert Huber. Orell FĂŒssli Verlag, ZĂŒrich 2010, ISBN 978-3-280-06121-3.
Allgemeine/groĂrĂ€umige Untersuchungen und Darstellungen
âą Gerhard Ammerer: Heimat StraĂe. Vaganten in Ăsterreich des Ancien RĂ©gime. Wien/MĂŒnchen 2003, ISBN 3-486-56728-4
âą Wolfgang AyaĂ: âAsozialâ. Aufstieg und Niedergang eines Kernbegriffs sozialer Ausgrenzung, Freiburg i.Br. 2023. ISBN 978-3-7841-3682-0.
âą Christian Bader: YĂ©niches â Les derniers nomades dâEurope. Paris 2007, LâHarmattan, ISBN 978-2-296-03675-8
âą Helena Kanyar Becker (Hrsg.): Jenische, Sinti und Roma in der Schweiz. (mit Texten von Cristina Kruck, Graziella Wenger, Thomas Meier, Venanz Nobel u. a.) Schwabe, Basel 2003, ISBN 3-7965-1973-3
âą Alfred Höck: Wandernde GeschirrhĂ€ndler und ihre Verbindungen zum Gaunertum. In: Kontakte und Grenzen. Probleme der Volks-, Kultur- und Sozialforschung. Festschrift fĂŒr Gerhard Heilfurth zum 60. Geburtstag. Göttingen 1969, S. 439â451
âą Thomas Huonker: Fahrendes Volk â verfolgt und verfemt. Jenische LebenslĂ€ufe. Herausgegeben von der Radgenossenschaft der Landstrasse. Limmat, ZĂŒrich 1987, ISBN 3-85791-135-2
âą Thomas Huonker, Regula Ludi: Roma, Sinti und Jenische. Die schweizerische Zigeunerpolitik zur Zeit des Nationalsozialismus. Chronos, ZĂŒrich 2001, ISBN 3-0340-0623-3
âą Carsten KĂŒther: Menschen auf der StraĂe. Vagierende Unterschichten in Bayern, Franken und Schwaben in der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts. Göttingen 1983
âą Walter Leimgruber: Eine lokale Kultur im Sog globaler Tendenzen: Die Jenischen. In: Rainer Alsheimer, Alois MoosmĂŒller, Klaus Roth (Hrsg.), Lokale Kulturen in einer globalisierten Welt: Perspektiven auf interkulturelle Spannungsfelder (= MĂŒnchner BeitrĂ€ge zur interkulturellen Kommunikation. Band 9). Waxmann, MĂŒnster u. a. 2000, ISBN 3-89325-926-0, S. 165â184
âą Leo Lucassen: A Blind Spot: Migratory and Travelling Groups in Western European Historiography. In: International Review of Social History. 38. Jg. (1993) Nr. 2, S. 209â235
âą Leo Lucassen, Wim Willems, Annemarie Cottaar: Gypsies and Other Itinerant Groups. A Socio-Historical Approach. London u. a. 1998, ISBN 0-312-21258-5.
âą Andrew Rocco Merlino DâArcangelis: Die Verfolgung der sozio-linguistischen Gruppe der Jenischen (auch als die deutschen Landfahrer bekannt) im NS-Staat 1934â1944. Dissertation an der Hamburger UniversitĂ€t fĂŒr Wirtschaft und Politik, 2004; im Internet verfĂŒgbar unter [23] (PDF; 10,3 MB) bzw. [24]
âą Thomas Dominik Meier/Rolf Wolfensberger: Eine Heimat und doch keine: Heimatlose und Nicht-Sesshafte in der Schweiz (16.â19. Jahrhundert). Chronos-Verlag, ZĂŒrich 1998, ISBN 3-905312-53-0
âą Ulrich Opfermann: Die Jenischen und andere Fahrende. Eine Minderheit begrĂŒndet sich. In: Jahrbuch fĂŒr Antisemitismusforschung. 19 (2010), S. 126â150
âą Radgenossenschaft der Landstrasse (Hrsg.): Jenische Kultur. Ein unbekannter Reichtum. Was sie ist, wie sie war, wie sie weiterlebt. ZĂŒrich 2018 (102 Seiten), ISBN 978-3-033-06713-4
⹠Radgenossenschaft der Landstrasse (Hrsg.): La culture Yéniche. Un trésor inconnu. Son essence, son passé, son évolution aujourd'hui. Zurich 2018 (102 Seiten)
âą Martin Rheinheimer: Arme, Bettler und Vaganten. Ăberleben in der Not. 1450â1850. Frankfurt a. M. 2000
⹠Hansjörg Roth: Jenische. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
âą Bernhard C. SchĂ€r: Von «Vaganten» zu Jenischen: Emanzipation der Fahrenden im Geist der Hippieromantik. In: Bernhard C. SchĂ€r, Ruth Ammann, Marc Griesshammer, Stefan Bittner (Hrsg.): Bern 68. Lokalgeschichte eines global Aufbruchs-Ereignisse und Erinnerungen. hier+jetzt, ZĂŒrich 2008, ISBN 978-3-03919-078-2, S. 179â191
âą Ernst Schubert: MobilitĂ€t ohne Chance: Die Ausgrenzung des fahrenden Volkes. In: Winfried Schulze (Hrsg.): StĂ€ndische Gesellschaft und soziale MobilitĂ€t (= Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien 12). Oldenbourg, MĂŒnchen 1988, S. 113â164
âą Urs Walder: Nomaden in der Schweiz. ZĂŒst, ZĂŒrich 1999, ISBN 3-905328-14-3 (Fotos von Urs Walder, TextbeitrĂ€ge von Mariella Mehr, Venanz Nobel, Willi Wottreng) (Textauszug online)
âą Peter Widmann: Der lange Weg zur Chancengleichheit: Sinti und Jenische in der deutschen Kommunalpolitik seit 1945. In: Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaft. 49 (2001), S. 510â525
⹠Peter Widmann: An den RÀndern der StÀdte. Sinti und Jenische in der deutschen Kommunalpolitik. Metropol, Berlin 2001, ISBN 3-932482-44-1 [Beispiel Freiburg]
Audio
âą Karin Lehner: Fahrendes Volk â Zur Geschichte der jenischen Minderheit ORF-Ă1-Sendung Radiokolleg,cite-ref-186[186]
âą Viktoria Balon: Von einem Volk der âFahrendenâ â âVerstehst du Sesshafter mich Jenischen?â, Deutschlandfunk, Das Featurecite-ref-187[187]
Filme
âą Die Jenischen und ihr Wunsch nach Anerkennung. Dokumentarfilm (arte/ZDF 2024, 31 min)cite-ref-188[188]
âą Lichter der StraĂe. Dokumentarfilm von Anna Friedrich, Deutschland 2024cite-ref-189[189]
⹠Vergessenes fahrendes Volk · Die Jenischen. Doku (ARD 2023, 42 min)cite-ref-190[190]
âą Jenische in Ăsterreich â Fremd im eigenen Land, Dokumentarfilm von Alexandra Wachter, Ăsterreich 2017cite-ref-191[191]
⹠unerhört jenisch, Dokumentarfilm von Martina Rieder und Karoline Arn, Filmmusik Stephan Eicher, Reyn Ouwehand, Patrick Waser, Dschoint Ventschr, Schweiz 2017
âą Nebel im August, Spielfilm von Kai Wessel, Deutschland / Ăsterreich 2016 (Verfilmung des gleichnamigen Tatsachenromans von Robert Domes ĂŒber das Leben von Ernst Lossa)
âą jung und jenisch. Dokumentarfilm von Martina Rieder und Karoline Arn, Dschoint Ventschr, Schweiz 2010
âą Chronik Nomaden in der Schweiz. Oliver M. Meyer und Thomas Huonker, Schweiz 2005 ist als Special auf der DVD Die letzten freien Menschen erschienen
âą Gonzerath. SWR-Hierzuland-Reportage, Deutschland 2004
âą Wenn die StraĂe ruft. ZDF-Fernsehproduktion, Regie: Maike Conway, Matti Bauer, inhaltliche Beratung Christof Baudrexel, Ulrich Opfermann, Deutschland 2001
⹠HÀndlerdörfer in Hohenlohe. SWR-Reportage, Deutschland 2001
âą Unterwegs mit Jenischen. Reportage SF DRS, Schweiz 1998
âą Journal de Rivesaltes 1941â1942 Regie Jacqueline Veuve, Reportage ĂŒber das Auffanglager Rivesaltes, worin auch jenische Familien waren, Schweiz 1997
âą Ich bin ein Jenischer. Eine Reise durch die fĂŒnfte Schweiz, Dokumentarfilm von Stascha Bader 1996
âą Kinder der Landstrasse. Regie: Urs Egger mit Jasmin Tabatabai, dokumentarischer Spielfilm, Schweiz 1992
âą Die letzten freien Menschen. Dokumentarfilm von Oliver M. Meyer, Schweiz 1991 (ZĂŒrcher Filmpreis 1992)
âą Jenseits der Landstrasse. Regie durch Marianne Pletscher, SF DRS, Schweiz 1986
âą Menschen, die vorĂŒberziehen Spielfilm von Max Haufler, Schweiz 1941
Schauspiel
âą Die Reisâ, Schauspiel von Gerd Zahner, UrauffĂŒhrung 2018 in Singen (Hohentwiel) unter Regie von Mark ZurmĂŒhle, Produktion Theater Konstanz [25]
Weblinks
Wiktionary: Jenischer
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Commons
: Jenische
â Sammlung von Bildern
âą Literatur von und ĂŒber Jenische im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Allgemeines
âą jenische.ch Hintergrund-Informationen ĂŒber Leben, Kultur, Geschichte der Jenischen sowie Sinti und Roma
⹠Scharotl digitalisiert, alle JahrgÀnge der jenischen Zeitschrift "Scharotl", mit Volltextsuche auf der ETH-Plattform E-Periodica
âą Radgenossenschaft Homepage der Radgenossenschaft, Dachorganisation der Jenischen und Sinti der Schweiz
âą thata.ch â Homepage des Historikers Thomas Huonker ĂŒber Jenische, Sinti und Roma
âą Schweizer Fahrende in Geschichte und Gegenwart â Homepage zur Gegenwart und Geschichte der Jenischen, Sinti und Roma in der Schweiz, Hrsg. Stiftung Zukunft fĂŒr Schweizer Fahrende
âą Jenische Kulturtage â Homepage zu den Jenischen Kulturtagen in Innsbruck bzw. Tirol. Projekt der Initiative Minderheiten Tirol.
âą https://www.bundestag.de/resource/blob/962960/2fed4838d9101005a13704933a0df9e8/WD-1-016-23-WD-3-075-23-pdf-data.pdf
Orte, Regionen, Personen
âą Dauerausstellung im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen-SchwĂ€bisch Hall: âAuf der Reisââ Die âunbekannteâ Minderheit der Jenischen im SĂŒdwestenâ seit 2017. Inklusive einem Artikel der Heilbronner Stimme, vom 26. Januar 2022 (âDas fast vergessene Volk der Jenischenâ.)
âą gummi-insel.de (Memento vom 22. September 2013 im Internet Archive), â GieĂen
âą Siegfried Stahnke: Mausefallen aus Neroth. Heimarbeit â Wandergewerbe â Jenisch gesprochen. In: Heimatjahrbuch 1985. Landkreis Vulkaneifel; abgerufen am 4. April 2019
âą Speicher (Eifel) (Memento vom 8. November 2011 im Internet Archive)
âą Wildensteiner Hausierer (Schwaben; PDF; 2,3 MB), Buchauszug
âą Tirol, Karrner
âą Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck: Ein Hausierer versetzt die Besucher in Zeiten zurĂŒck, wo im Killertal noch 20 % der Einwohner im ambulanten Gewerbe tĂ€tig waren. Im Museum werden jenische Lieder gesungen. Auch von MeĂstetten, Erlaheim, Laufen an der Eyach und Tailfingen aus waren Hausierer auf Reise.cite-ref-192[192]cite-ref-193[193] Im Zollernalbkreis unter dem Namen Pleisne bekannt.cite-ref-194[194]cite-ref-195[195] PleiĂne wurde im Zollernalbkreis nicht in Familien von Vater zu Tochter gesprochen, sondern wie eine Fremdsprache erlernt.cite-ref-196[196] Absatzgebiete waren WĂŒrttemberg, Frankreich, Bayern, Baden, die Schweiz und die Pfalz.cite-ref-197[197]
Einzelnachweise
cite-note-fkluge175f-11. â Friedrich Kluge: Rotwelsch. Quellen und Wortschatz der Gaunersprache und der verwandten Geheimsprachen. StraĂburg 1901 (ND 1987), S. 175 f.
cite-note-22. â Ausfuhrliche Beschreibung aller derjenigen Rauber, Dieb, âŠ, Dillingen 1716 (âDillinger Listeâ). Kluge, S. 181 f., datiert fĂ€lschlich auf 1721.
cite-note-abri-des-jauner-und-bettelwesens-33. â AbriĂ des Jauner- und Bettelwesens in Schwaben nach Akten und andern sichern Quellen von dem Verfasser des Konstanzer Hans. Stuttgart 1793.
cite-note-44. â Siehe: AbriĂ des Jauner- und Bettelwesens in Schwaben nach Akten und andern sichern Quellen von dem Verfasser des Konstanzer Hans. Stuttgart 1793, Einleitung, S. XVIâXVII, Kap. I, S. 8 f., 15, 22, Kap. II, S. 13, Kap. XV, S. 285â299 (âSprache der Jaunerâ), hier: S. 285, Kap. XXI, S. 378, Kap. 22, S. 394 f.
cite-note-55. â Die Jauner-Sprache, in: Der ErzĂ€hler, Nr. 34, 24. August 1810, S. 157f., siehe auch: [1] und [2].
cite-note-66. â Siegmund A. Wolf: Wörterbuch des Rotwelschen: Deutsche Gaunersprache. Bibliographisches Institut, Hamburg, 1985, 2., durchgesehene Aufl., S. 144 f.; Yaron Matras: The Romani element in German secret languages: Jenisch and Rotwelsch. In: ders. (Hrsg.): The Romani element in non-standard speech. Wiesbaden 1998, S. 193â230, hier: S. 196.
cite-note-77. â Michael Faber: Schausteller. Volkskundliche Untersuchung einer reisenden Berufsgruppe im Köln-Bonner Raum. Bonn 1982, 2. durchges. Aufl., S. 24.
cite-note-88. â Description derer bey verfĂŒhrter Inquisition ⊠justificirte[n] Gaudiebe âŠ, Römhild 1754, unpag.; J. J. Bierbrauer: Accurate Beschreibung âŠ. Kassel 1755, S. 13; âActenmĂ€Ăige Verzeichnus und Beschreibung âŠ,â o. O. (Koblenz) o. J. (1762); ActenmĂ€sige VerzeichnuĂ und Beschreibung verschiedener in dem FĂŒrstlichen Hochstift Speyer, auch benachbarten chur- und hochfĂŒrstlichen pfĂ€lzisch-maynzisch-trierisch-heĂisch- und anderen Reichslanden herum vagirender ⊠RĂ€uber und Diebe âŠ, Bruchsal 1770.
cite-note-99. â Ulrich Friedrich Opfermann: Der âMĂ€ckesâ â Zu Geschichte und Bedeutungswandel eines SchmĂ€hworts. In: Nassauische Annalen. Bd. 109, 1998, S. 363â386.
cite-note-chachelerusw-1010. â Hansjörg Roth: Jenische. In: Historisches Lexikon der Schweiz. â Willi Wottreng: ZigeunerhĂ€uptling. Vom Kind der Landstrasse zum Sprecher der Fahrenden â Das Schicksal des Robert Huber. Orell FĂŒssli Verlag, ZĂŒrich 2010, S. 47: âUrsprĂŒnglich wurden diesem Volk je nach Region die verschiedensten Bezeichnungen zugedacht: Chacheler,âŠâ.
cite-note-1111. â Rahmenkredit Stiftung âZukunft fĂŒr Schweizer Fahrendeâ, in: Nationalrat, Sommersession 2001, Sechste Sitzung, 11. Juni 2001, siehe: [3]. So bereits 1979 Mariella Mehr: â⊠ungefĂ€hr 20.000 Jenischeâ sesshaft und âeine Handvoll Sippen, die noch reisen wĂŒrdenâ, siehe: Mariella Mehr: Jene, die auf nirgends verbriefte Rechte pochen. In: Tilman ZĂŒlch (Hrsg.) und Freimut Duve: In Auschwitz vergast, bis heute verfolgt. Zur Situation der Roma (Zigeuner) in Deutschland und Europa. Reinbek 1979, S. 274â287, hier: S. 276 f.
cite-note-1212. â Bericht des Bundesrats ĂŒber die Situation der Fahrenden in der Schweiz., Teil I, Bern 2006, S. 5.
cite-note-1313. â Thomas Eigenmann, Rolf Eugster: Fahrende und Raumplanung. Gutachten, St. Gallen 2001, S. 11.
cite-note-1414. â Thomas Eigenmann, Jon Gaudenz: Fahrende und Raumplanung Standbericht 2010 Herausgeber: Stiftung Zukunft fĂŒr Schweizer Fahrende, St. Gallen 2010, S. 36 [Stiftung Zukunft fĂŒr Schweizer Fahrende]
cite-note-1515. â Andreas Hundsalz unter Mitarbeit von Harald P. Schaaf, Soziale Situation der Sinti in der Bundesrepublik Deutschland (= Schriftenreihe des Bundesministers fĂŒr Jugend, Familie und Gesundheit, Bd. 129), Stuttgart u. a. 1982, S. 166.
cite-note-1616. â âNicht zu den Sinti und Roma gehören die etwa 8000 ĂŒberwiegend im SĂŒden und SĂŒdwesten lebenden âJenischenââ: Antwort der Bundesregierung auf GroĂe Anfrage âLage und Forderungen der Sinti, Roma und verwandter Gruppenâ, Deutscher Bundestag, 9. Wahlperiode, 21. Dezember 1982, Drucksache 9/2.360, S. 1.
cite-note-1717. â "Anerkennung fĂŒr die Unsichtbaren"TAZ, 23. Juni 2020, (https://taz.de/Volksgruppe-der-Jenischen-in-Deutschland/!5691056/).
cite-note-1818. â Freese/Murko/Wurzbacher fragten 1980 die bundesdeutschen SozialĂ€mter nach der Zahl der ihnen bekannten âZigeunerâ und âLandfahrerâ. Sie nannten ein VerhĂ€ltnis von 12.067 zu 2.862, siehe: Christoph Freese, Matthias Murko, Gerhard Wurzbacher: Hilfen fĂŒr Zigeuner und Landfahrer. VorschlĂ€ge zur Zielsetzung, Planung und DurchfĂŒhrung sozialer Hilfen fĂŒr Zigeuner und Landfahrer unter besonderer BerĂŒcksichtigung ⊠des § 72 Bundessozialhilfegesetz. Schriftenreihe des Bundesministers fĂŒr Jugend, Familie und Gesundheit, Bd. 86. Stuttgart / Berlin / Köln / Mainz 1980, S. 251.
cite-note-1919. â Zum Thema Furcht vor dem Coming-out bei Jenischen, siehe Scharotl, Zeitschrift der Radgenossenschaft der Landstrasse, Februar 2019, Editorial, S. 3.
cite-note-2020. â "Eine Geheimsprache, die keine mehr sein soll" (https://sciencenotes.de/jenische-geheimsprache-minderheit/).
cite-note-2121. â "Die Jenischen wollen als fĂŒnfte Minderheit anerkannnt werden" (https://web.de/magazine/politik/inland/jenischen-fuenfte-minderheit-anerkannnt-41603028).
cite-note-2222. â Andreas Schuler: Gerd Zahner und die Jenischen. In: SĂŒdkurier, 5. Oktober 2018, S. 19.
cite-note-2323. â Siehe: âDarum grĂŒnden die Jenischen einen Zentralratâ, GĂŒnzburger Zeitung, 6. Oktober 2019, https://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Ichenhausen-Darum-gruenden-die-Jenischen-einen-Zentralrat-id55636686.html
cite-note-2424. â https://fc-gruenweiss.de
cite-note-2525. â Christian Efing: Das LĂŒtzenhardter Jenisch. Studien zu einer deutschen Sondersprache. Mit einem Wörterbuch und Sprachproben auf CD-ROM (= Sondersprachenforschung, 11). Harrassowitz, Wiesbaden 2005, ISBN 3-447-05208-2 (PDF, Uni Wuppertal).
cite-note-1-2626. â Anne Lemhöfer: «Die letzten freien Menschen», Frankfurter Rundschau, 19. Oktober 2017, abgerufen am 26. MĂ€rz 2022
cite-note-2727. â https://www.jenisch-museum.de/
cite-note-2828. â Siehe: âJenische Spuren in Pfedelbach: Vom Galmenguffer bis zur Nobelguschâ, Hohenloher Zeitung, 30. Juli 2020, https://www.stimme.de/schwerpunkte/50wochen50orte/pfedelbach/jenische-spuren-in-pfedelbach-vom-galmenguffer-bis-zur-nobelgusch-art-4377263 abgerufen am 7. Oktober 2024
cite-note-2929. â Jenische in WĂŒrmersheim: Vom fahrenden Handel zur Kulturszene. 23. MĂ€rz 2025, abgerufen am 26. MĂ€rz 2025.
cite-note-3030. â âBemĂŒhungen um Anerkennung der Jenischen als Volksgruppeâ, Standard, 20. Januar 2022. Das Museum GedĂ€chtnisspeicher Ătztal widmete den Jenischen 2021 eine Ausstellung.
cite-note-3131. â Loosdorf: Wo viele noch Jenisch 'baaln', ORF-Bericht vom 2. MĂ€rz 2017.
cite-note-3232. â Jenische in Ăsterreich â Website des Vereins, abgerufen am 22. MĂ€rz 2022.
cite-note-3333. â Offizielles Ersuchen der Jenischen um Anerkennung ORF.at, 23. MĂ€rz 2022, abgerufen am 23. MĂ€rz 2022.
cite-note-3434. â Siehe: Sophie Bouniot, MisĂšre et rejet. Lâhistoire des Yeniches de lâaffaire Bodein, in: Lâ HumanitĂ©, 16. Mai 2007 (âEn France, on ne connaĂźt pas exactement leur nombre.â: [4]).
cite-note-reynier-3535. â Alain Reyniers in âEtudes Tsiganesâ (N°2/91), zitiert nach: Christian Bader: âYĂ©niches: les derniers nomades dâEuropeâ, Paris 2007, S. 93, google-books-Fundstelle.
cite-note-3636. â Die Kulturbotschaft 2020â2024 (BBl 2020 3131): stellt unter 3.6.4 Jenische, Sinti und nomadische Lebensweise fest: Die Jenischen und Sinti sind eine anerkannte nationale Minderheit im Sinne des RahmenĂŒbereinkommens vom 1. Februar 1995 zum Schutz nationaler Minderheiten
cite-note-3737. â Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt fĂŒr Kultur: Jenische und Sinti als nationale Minderheit.
cite-note-bakminderheit-3838. â EuropĂ€ische Charta der Regional- und Minderheitensprachen: âDie Schweiz hat das RĂ€toromanische und das Italienische als Regional- oder Minderheitensprachen im Sinne der Charta definiert und anerkennt das Jenische und das Jiddische als nicht territorial gebundene Sprachen.â
cite-note-3939. â EuropĂ€ische Charta der Regional- und Minderheitensprachen: âDie 1975 gegrĂŒndete und seit 1986 durch den Bund unterstĂŒtzte «Radgenossenschaft der Landstrasse» vertritt als Dachorganisation die Interessen der inâ und auslĂ€ndischen Jenischen und Sinti.â
cite-note-4040. â Nomadische Kultur der Schweizer Jenischen und Sinti â Lebendige Traditionen. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 21. Januar 2019; abgerufen am 20. Januar 2019.
cite-note-4141. â Petition an denEuroparatder Organisationen der europĂ€ischen jenischen Minderheit radgenossenschaft.ch, 6. November 2019, abgerufen am 16. Dezember 2020.
cite-note-4242. â Scharotl, Dezember 2020, S. 5, Schreiben der GeneralsekretĂ€rin des Europarates vom 26. Oktober 2020.
cite-note-4343. â Willi Wottreng/Daniel Huber: «Die Sterne hĂ€ngen nicht zu hoch: Zur Anerkennung der Jenischen in der Schweiz und in Europa». Gaismair-Jahrbuch 2021, «Ohne Maske», hg: Hussl, Elisabeth/Haselwanter, Martin/Schreiber Horst, Studienverlag, Innsbruck 2020, S. 96â102.
cite-note-4444. â Aus Verantwortung fĂŒr Ăsterreich. Regierungsprogramm 2020â2024. Wien 2020, S. 13 (bundeskanzleramt.gv.at [PDF; abgerufen am 15. Januar 2021]).
cite-note-4545. â Initiative zur Anerkennung der Jenischen in Ăsterreich: Initiative zur Anerkennung der Jenischen in Ăsterreich. Abgerufen am 15. Januar 2021.
cite-note-4646. â Menschen im Blickpunkt : Jenische hoffen auf Zeitenwende orf.at, 29. Mai 2022, abgerufen am 29. Mai 2022.
cite-note-4747. â Arbeitsgruppe JenischeâSintiâRoma (Hrsg.): «JenischeâSintiâRoma, zu wenig bekannte Minderheiten in der Schweiz». Open-Source-Angebot auf der Website der Stiftung Erziehung zur Toleranz (SET), Buchpublikation MĂŒnsterverlag, ZĂŒrich 2023, ISBN 978-3-907301-54-8
cite-note-4848. â Stellungnahme schĂ€ft qwant: [5].
cite-note-4949. â Es gibt viele Untersuchungen zu sozialen Brennpunkten, aber nur wenige, die explizit Jenische oder doch zumindest âLandfahrerâ, die als Nichtroma identifizierbar sind, nennen. Die wichtigsten sind die Folgenden: Christoph Freese/Matthias Murko/Gerhard Wurzbacher, Hilfen fĂŒr Zigeuner und Landfahrer. VorschlĂ€ge zur Zielsetzung, Planung und DurchfĂŒhrung sozialer Hilfen fĂŒr Zigeuner und Landfahrer unter besonderer BerĂŒcksichtigung der Möglichkeiten des § 72 Bundessozialhilfegesetz, Stuttgart 1980; Christoph Freese, Zur Geschichte und Gegenwart der Zigeuner und Landfahrer in Deutschland. Versuch einer subkulturtheoretischen ErklĂ€rung, Erlangen/NĂŒrnberg 1980; Andreas Hundsalz unter Mitarbeit von Harald P. Schaaf, Soziale Situation der Sinti in der Bundesrepublik Deutschland (= Schriftenreihe des Bundesministers fĂŒr Jugend, Familie und Gesundheit, Bd. 129), Stuttgart et al. 1982; Hans WeiĂ, Armut und Erziehung. FrĂŒherziehung und Schulbesuch von Kindern einer Wohnwagensiedlung am Rande der GroĂstadt, Westberlin 1982 [MĂŒnchen]; Hans-GĂŒnther Lerch, âTschĂŒ lowi âŠâ. Das Manische in GieĂen. Die Geheimsprache einer gesellschaftlichen Randgruppe, ihre Geschichte und ihre soziologischen HintergrĂŒnde, GieĂen 1986, 3. Auflage. Christoph Götz, Die Jenischen â eine diskriminierte deutsche Minderheit in der Vergangenheit und in der Gegenwart; ausgehend von der Situation im Raum Singen, Waldshut 1997; Peter Widmann, An den RĂ€ndern der StĂ€dte. Sinti und Jenische in der deutschen Kommunalpolitik, Berlin 2001 [Freiburg]; Marie-Therese Krings-Heckemeier, Meike Heckenroth, Stefan Geiss, Programmbegleitung des Bund-LĂ€nder-Programms âSoziale Stadtâ. Singen-Langenrain, Endbericht im Auftrag des Deutschen Instituts fĂŒr Urbanistik, Berlin 2002.
cite-note-5050. â Siehe neben der genannten Literatur auch: âMĂŒnstertreffâ gestaltet Ausstellung wider das Vergessen. âEine Kultur im Verborgenenâ: Einblicke ins Leben und Schicksal der Roma, Sinti und Jenischen, in: Caritasverband fĂŒr die Region Rhein-Mosel-Ahr e. V. (Hrsg.), Jahresbericht 2002; âDie Weststadt â gruselig und buntâ. Ein Beteiligungsprojekt im Rahmen der Gemeinwesenarbeit GieĂen-West (Diakonisches Werk GieĂen) im Oktober 2003, o. O. (GieĂen) o. J. (2004).
cite-note-5151. â Peter Widmann: An den RĂ€ndern der StĂ€dte. Sinti und Jenische in der deutschen Kommunalpolitik. Berlin 2001, S. 29.
cite-note-5252. â Peter Widmann, Auszug aus den Baracken. Der Aufstieg der SozialpĂ€dagogik und die deutsche Kommunalpolitik gegenĂŒber âZigeunernâ seit 1945, in: Michael Zimmermann (Hrsg.), Zwischen Erziehung und Vernichtung. Zigeunerpolitik und Zigeunerforschung im Europa des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 2007.
cite-note-5353. â Toni S. Pescosta, Die Tiroler Karrner. Vom Verschwinden des fahrenden Volkes der Jenischen, Innsbruck 2003, S. 173 f.
cite-note-5454. â Peter Widmann, Auszug aus den Baracken. Der Aufstieg der SozialpĂ€dagogik und die deutsche Kommunalpolitik gegenĂŒber âZigeunernâ seit 1945, in: Michael Zimmermann (Hrsg.), Zwischen Erziehung und Vernichtung. Zigeunerpolitik und Zigeunerforschung im Europa des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 2007, S. 510â531.
cite-note-5555. â So die verallgemeinernde Feststellung zu einer MĂŒnchener Wohnwagensiedlung. Sie bezieht sich in Unterscheidung der beiden Gruppen sowohl auf Jenische als auch auf Roma: Hans WeiĂ, Armut und Erziehung. FrĂŒherziehung und Schulbesuch von Kindern einer Wohnwagensiedlung am Rande der GroĂstadt, Westberlin 1982, S. 69.
cite-note-5757. â Hansjörg Roth: Jenisches Wörterbuch. Aus dem Sprachschatz Jenischer in der Schweiz. Frauenfeld 2001, S. 9.
cite-note-5858. â Suzanne SchĂ€rli/Silvia Bruinink, Die Tradition der Fahrenden hat ihren Preis, in: Caritas ZĂŒrich (Hrsg.), Nachbarn, Nr. 2/2009, S. 12; Sozial- und Schuldenberatung der Caritas ZĂŒrich fĂŒr reisende Jenische: Archivlink (Memento vom 15. Februar 2010 im Internet Archive) (PDF; 272 kB).
cite-note-5959. â Willi Wottreng: Tragbare Kultur. In: Urs Walder: Nomaden in der Schweiz. ZĂŒrich 1999, S. 19â38, hier: S. 25. Dort auch die rhetorische Frage zur Krankenversorgung von Schweizer reisenden Jenischen, âwelcher Jenische kann sich mehr als die Grundversorgung leisten?â, wie es beim Wechsel der Gemeinden auf der Reise erforderlich wĂ€re: S. 33.
cite-note-6060. â Mediabulletin zum 3. Welt-Roma-Kongress in Göttingen, BRD, ErklĂ€rung der Radgenossenschaft der Landstrasse vom 16. Mai 1981, in: [6]; vgl. auch: Mariella Mehr, Marginaux en Suisse: les tziganes, in: Scharotl, 7 (1982), Nr. 16, S. 4â15, hier: S. 5, 7 mit dem Foto von einem Standplatz, der offenkundig ein sozialer Brennpunkt ist.
cite-note-6161. â Verein schĂ€ft qwant: [7]; Radgenossenschaft: Willi Wottreng: Tragbare Kultur. In: Urs Walder: Nomaden in der Schweiz. ZĂŒrich 1999, S. 19â38, hier: S. 35.
cite-note-6262. â Dabei wird die diskriminierende Peripherielage von PlĂ€tzen kritisiert: Scharotl, 16 (1991), Ausg. 3, S. 4 (soziale Brennpunkte mit sesshaften Bewohnern in nĂ€chster Nachbarschaft, dort Baracken als UnterkĂŒnfte, mangelhafte Infrastruktur); Scharotl, 16 (1991), Ausg. 1, unpag. (â⊠wenige Quadratmeter am Rand von Autobahnen und FlugplĂ€tzen, in Nachbarschaft zu Kehrichtverbrennungsanlagen und Deponienâ).
cite-note-6363. â Ulrich Opfermann: Die Jenischen und andere Fahrende. Eine Minderheit begrĂŒndet sich. In: Jahrbuch fĂŒr Antisemitismusforschung 19 (2010), S. 126â150, S. 135. Der Verfasser zitiert aus: May Bittel: Die Schule. In: Scharotl 16 (1991), H. 3, S. 24 ff.
cite-note-6464. â So einer ihrer Sprecher, nach: Iris Michel: Schule: (K)eine Institution fĂŒr Fahrende? Schweizer Fahrende zwischen SchrĂ€ndi und SchrĂ€nze. Bern 2004, S. 50, siehe auch: Archivlink (Memento vom 30. MĂ€rz 2013 im Internet Archive) (PDF; 955 kB).
cite-note-6565. â So der damalige PrĂ€sident der Radgenossenschaft, in: Radgenossenschaft. InfobroschĂŒre, ZĂŒrich 2008, S. 8.
cite-note-6666. â So der damalige PrĂ€sident der Radgenossenschaft, in: Willi Wottreng: Tragbare Kultur. In: Urs Walder: Nomaden in der Schweiz. ZĂŒrich 1999, S. 35.
cite-note-6767. â Ulrich Opfermann, Die Jenischen und andere Fahrende. Eine Minderheit begrĂŒndet sich, in: Jahrbuch fĂŒr Antisemitismusforschung. 19 (2010), S. 126â150, hier: S. 143.
cite-note-6868. â Es können hier nur wenige Titel genannt werden: Leo Lucassen: A Blind Spot: Migratory and Travelling Groups in Western European Historiography. in: International Review of Social History 38 (1993), S. 209â23; Leo Lucassen, Wim Willems, Annemarie Cottaar: Gypsies and Other Itinerant Groups. A Socio-Historical Approach. London u. a. 1998; Wolfgang Seidenspinner: Herrenloses Gesindel. Armut und vagierende Unterschichten im 18. Jahrhundert. in: Zeitschrift fĂŒr die Geschichte des Oberrheins, 133 (1985), S. 381â386; Wolfgang Seidenspinner: Jenische. Zur ArchĂ€ologie einer verdrĂ€ngten Kultur. In: BeitrĂ€ge zur Volkskunde in Baden-WĂŒrttemberg, 8 (1993), S. 63â95.
cite-note-6969. â Die Quellen belegen eine âsozial sehr heterogen zusammengesetzte Bevölkerung mit fahrender und seĂhafter Lebensweise sowie mit unterschiedlichen kulturellen Traditionenâ. Diese Feststellung wurde fĂŒr die Schweiz getroffen, ist aber zu verallgemeinern. â Thomas Huonker, Regula Ludi: Roma, Sinti und Jenische. Schweizerische Zigeunerpolitik zur Zeit des Nationalsozialismus. Beitrag zur Forschung [= Veröffentlichungen der UnabhĂ€ngigen Expertenkommission Schweiz â Zweiter Weltkrieg, Bd. 23], ZĂŒrich 2001, S. 13.
cite-note-7070. â http://languagecontact.humanities.manchester.ac.uk/McrLC/casestudies/YM_Jenisch.html
cite-note-7171. â RĂ©my Welschinger, Vanniers (Yeniches) d'Alsace, Nomades blonds du Ried, L'Harmattan, 2013
cite-note-7272. â https://www.cicero.de/innenpolitik/jenische-das-vergessene-volk
cite-note-7373. â Thomas Huonker: Fahrendes Volk â verfolgt und verfemt. Jenische LebenslĂ€ufe. Herausgegeben von der Radgenossenschaft der Landstrasse, ZĂŒrich 1987, S. 11 f.
cite-note-7474. â Thomas Huonker: Fahrendes Volk â verfolgt und verfemt. Jenische LebenslĂ€ufe. Herausgegeben von der Radgenossenschaft der Landstrasse, ZĂŒrich 1987, S. 12.
cite-note-7575. â Hansjörg Roth: Jenisches Wörterbuch. Aus dem Sprachschatz Jenischer in der Schweiz. Frauenfeld 2001, S. 62 f.
cite-note-7676. â Sergius Golowin: Von jenischen Kesslern und Korbern, listigen fahrenden BuchhĂ€ndlern, Kartenlegern, KrĂ€uterfrauen, Schaustellern, Baderinnen, Waldzigeunern und Moosleuten im Land der grĂŒnen Freiheit. Carouge/Genf und Neuallschwil/Basel 1999, S. 290 f. â Der Autor ist tschechisch-schweizerischer Dichter und MitbegrĂŒnder der schweizerischen âRadgenossenschaftâ.
cite-note-7777. â Jenische.info
cite-note-7878. â Robert Ritter: Die Asozialen, ihre Vorfahren und ihre Nachkommen. In: Fortschritte der Erbpathologie, Rassenhygiene und ihrer Grenzgebiete 5 (1941), H. 4, S. 137â155, hier: S. 151 f.; Arnold zu Ritter: Hermann Arnold, Randgruppen des Zigeunervolkes. Neustadt 1975, S. 6, 127.
cite-note-7979. â Siehe z. B.: Hildegard Ginzler: Die âMusfallskrĂ€merâ aus der Eifel. Entwicklung des Drahtwarengewerbes in Neroth als Beispiel fĂŒr Selbsthilfe in einer Mittelgebirgsregion. Mainz, Gesellschaft fĂŒr Volkskunde 1986; Hasso von Haldenwang: Die Jenischen. Erinnerungen an die Wildensteiner HausierhĂ€ndler. Crailsheim 1999, S. 17 ff.; J. Weber: Der Matzenberg. Sozialgeschichtliche Studie ĂŒber die Entstehung des Dorfes Carlsberg im 18. Jahrhundert. Beitrag zur Geschichte des Leininger Landes, Landau 1913.
cite-note-8080. â Verordnung ĂŒber die Aufnahme neu anziehender Personen vom 31. Dezember 1842, Neue Sammlung, 6. Abt., S. 253â254; Verordnung ĂŒber die Verpflichtung zur Armenpflege vom 31. Dezember 1842, ebenda, S. 255â258; Verordnung ĂŒber Erwerbung und Verlust der Eigenschaft als PreuĂischer Untertan vom 31. Dezember 1842, in: ebenda, S. 259â261.
cite-note-8181. â Ein Beispiel: Alchen â Die Geschichte eines SiegerlĂ€ndes Dorfes, Siegen 1954, S. 49.
cite-note-8282. â Wolfgang Grabe: Scheidbach: Erinnerungen an einen Ort vor hundert Jahren@1@2Vorlage:Toter Link/www.dickenschied.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2025. Suche in Webarchiven) (pdf; 504 kB). Ulrich Opfermann: âMĂ€ckeserâ. Zur Geschichte der Fahrenden im Oberbergischen im 18. und 19. Jahrhundert; in: BeitrĂ€ge zur Oberbergischen Geschichte, Bd. 5, Gummersbach 1995; S. 116â128.
cite-note-8383. â Hans-GĂŒnther Lerch: âTschĂŒ lowiâ. Das Manische in GieĂen. Die Geheimsprache einer gesellschaftlichen Randgruppe, ihre Geschichte und ihre soziologischen HintergrĂŒnde, GieĂen 1976.
cite-note-8484. â Abgedruckt bei Wolfgang AyaĂ (Bearb.), âGemeinschaftsfremdeâ. Quellen zur Verfolgung von âAsozialenâ 1933â1945, Koblenz 1998, Nr. 50.
cite-note-8585. â Ulrich Opfermann: Die Jenischen und andere Fahrende. Eine Minderheit begrĂŒndet sich. In: Jahrbuch fĂŒr Antisemitismusforschung. 19 (2010), S. 126â150, S. 148ff.
cite-note-8686. â Andrew dâArcangelis: Die Jenischen â verfolgt im NS-Staat 1934â1944. Eine sozio-linguistische und historische Studie. Hamburg 2006, S. 312.
cite-note-8787. â Vgl. die Darstellung der RHF-Systematik bei: Michael Zimmermann, Rassenutopie und Genozi. die nationalsozialistische âLösung der Zigeunerfrageâ, Hamburg 1996, S. 148 f.
cite-note-8888. â Zimmermann, Michael, Rassenutopie und Genozid. Die nationalsozialistische âLösung der Zigeunerfrageâ, Hamburg 1996, S. 153, S. 436.
cite-note-8989. â Ulrich Opfermann: Die Jenischen und andere Fahrende. Eine Minderheit begrĂŒndet sich, in: Jahrbuch fĂŒr Antisemitismusforschung 19 (2010), S. 126â150; ders., Rezension zu: Andrew dâArcangelis, Die Jenischen â verfolgt im NS-Staat 1934â1944. Eine sozio-linguistische und historische Studie, Hamburg 2006, in: Historische Literatur, Bd. 6, 2008, H. 2, S. 165â168, siehe auch: [8].
cite-note-9090. â Michael Zimmermann, Rassenutopie und Genozid. Die nationalsozialistische âLösung der Zigeunerfrageâ, Hamburg 1996, S. 174; Karola Fings/Frank Sparing, Rassismus â Lager â Völkermord. Die nationalsozialistische Zigeunerverfolgung in Köln, Köln 2005, S. 211.
cite-note-9191. â Michael Zimmermann, Rassenutopie und Genozid. Die nationalsozialistische âLösung der Zigeunerfrageâ, Hamburg 1996, S. 314.
cite-note-9292. â Oliver Seifert, Roma und Sinti im Gau Tirol-Vorarlberg. Die âZigeunerpolitikâ von 1938 bis 1945 (= Tiroler Studien zu Geschichte und Politik, Bd. 6), Innsbruck/Wien/Bozen 2005. Zur Initiative von Unterbehörden, die auf Ausweitung der Deportationen drĂ€ngten, siehe fĂŒr Ăsterreich auch: Florian Freund/Gerhard Baumgartner/Harald Greifender: Vermögensentzug, Restitution und EntschĂ€digung der Roma und Sinti, Wien 2004, S. 24.
cite-note-9393. â Patricia Pientka, Das Zwangslager fĂŒr Sinti und Roma in Berlin-Marzahn. Alltag, Verfolgung und Deportation, Berlin 2013, S. 57f.
cite-note-9494. â Guenther Lewy, âRĂŒckkehr unerwĂŒnschtâ. Die Verfolgung der Zigeuner im Dritten Reich, MĂŒnchen/Berlin 2001, S. 433.
cite-note-9595. â Die Dissertation von Andrew DâArcangelis (Memento vom 13. Juni 2008 im Internet Archive) 2004 stellt Jenische als sozio-linguistische Gruppe in den Mittelpunkt einer diskursgeschichtlichen Darstellung der nationalsozialistischen âLösung der Asozialenfrageâ. Die Realgeschichte der Verfolgung spielt allerdings dort nur ganz am Rande eine Rolle, siehe die Rezension von Ulrich Opfermann.
cite-note-9696. â Vgl. auch die Rezension zu: Arno Huth, Verfolgung der Sinti, Roma und Jenischen im lĂ€ndlichen Raum des Kraichgaus, des Neckartales, des Elztales und des Baulandes. Eine Dokumentation, Mosbach-Neckarelz 2009, in: Nevipe. Rundbrief des Rom e. V., 6 (2010), Nr. 47, S. 3â5, siehe auch: [9]@1@2Vorlage:Toter Link/www.romev.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2025. Suche in Webarchiven).
cite-note-mahnmal-9797. â VollstĂ€ndiger Text auf den Informationstafeln des Denkmals, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Pressemappe, S. 16â20, pdf
cite-note-9898. â Der Spiegel online, Ab Februar wird gebaut, 28. Januar 2008, [10].
cite-note-9999. â Als Standardpublikation zur NS-Zigeuner- und Landfahrerpolitik: Michael Zimmermann: Rassenutopie und Genozid. Die nationalsozialistische âLösung der Zigeunerfrageâ. Hamburg 1996 (Hamburger BeitrĂ€ge zur Sozial- und Zeitgeschichte, Bd. 33); als regionale Studie, die sowohl auf die als âZigeunerâ als auch auf die als âJenischeâ Bezeichneten eingeht: Ulrich Friedrich Opfermann: The registration of Gypsies in National Socialism: Responsibility in a German region. In: Romani Studies (continuing Journal of the Gypsy Lore Society), 5th Series, Vol. 11, No. 1 [2001], S. 25â52; als Lokalstudien mit Hinweisen auf die Deportation auch von âJenischenâ in Konzentrationslager: Karola Fings, Frank Sparing: Rassismus â Lager â Völkermord. Die nationalsozialistische Zigeunerverfolgung in Köln. Köln 2005, S. 211; Christoph Götz: âDie Jenischen â eine diskriminierte deutsche Minderheit in der Vergangenheit und in der Gegenwart ausgehend von der Situation im Raum Singen.â Waldshut 1997, S. 26.
cite-note-100100. â Siehe: [11]; Ulrich Opfermann, Die Jenischen und andere Fahrende. Eine Minderheit begrĂŒndet sich, in: Jahrbuch fĂŒr Antisemitismusforschung. 19 (2010), S. 126â150, S. 150.
cite-note-101101. â Gedenkfeier des Landtags von Baden-WĂŒrttemberg zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in Fichtenau, 27. Januar 2014.
cite-note-102102. â [12] nach Angaben der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld, Ingrid Schupetta.
cite-note-103103. â Willi Wottreng: Tragbare Kultur. In: Urs Walder: Nomaden in der Schweiz. ZĂŒrich 1999, S. 19â38, hier: S. 30.
cite-note-104104. â Zitierungen nach: Hans Joachim Döring, Die Zigeuner im Nationalsozialistischen Staat, Hamburg, 1964, S. 77.
cite-note-105105. â Hermann Arnold, Randgruppen des Zigeunervolkes, Neustadt 1975.
cite-note-106106. â Peter Widmann, An den RĂ€ndern der StĂ€dte. Sinti und Jenische in der deutschen Kommunalpolitik, Berlin 2001.
cite-note-107107. â Siehe im Folgenden: Walter Meier, Thomas Leimgruber, Roger Sablonier: Das Hilfswerk Kinder der Landstrasse. Historische Studie aufgrund der Akten der Stiftung Pro Juventute im Schweizerischen Bundesarchiv (= Bundesarchiv Dossier 9), Bern 1998, Archivierte Kopie (Memento vom 4. Februar 2010 im Internet Archive).
cite-note-108108. â Meier u. a. 1998, S. 26 ff. (Ziele).
cite-note-109109. â Zit. in: Laurence Jourdan, Jenische als Opfer der Sozialhygiene, in: Le Monde diplomatique. Der globale Blick, 12. November 1999, [13].
cite-note-110110. â Vgl. Jourdan 1999, S. 73. Die jenische Schriftstellerin Mariella Mehr hat mehrere BĂŒcher zur Problematik der Kindswegnahme auf der Grundlage eigener biografischer Erfahrungen verfasst.
cite-note-111111. â Walter Meier, Thomas Leimgruber, Roger Sablonier: Das Hilfswerk Kinder der Landstrasse. Historische Studie aufgrund der Akten der Stiftung Pro Juventute im Schweizerischen Bundesarchiv (= Bundesarchiv Dossier 9), Bern 1998, S. 84.
cite-note-112112. â Deutschland: [14]; Ăsterreich: [15].
cite-note-unokonvention-113113. â UNO-Konvention ĂŒber die VerhĂŒtung und Bestrafung des Völkermords. (Memento vom 21. November 2008 im Internet Archive) (PDF, deutscher Text; 84 kB)
cite-note-114114. â § 220a StGB.
cite-note-stgb-115115. â Art. 264 StGB.
cite-note-116116. â Siehe: Nadja Capus: Ewig still steht die Vergangenheit. Der unvergĂ€ngliche Strafverfolgungsanspruch nach schweizerischem Recht. Bern 2006.
cite-note-117117. â Ulrich Friedrich Opfermann: Die Jenischen und andere Fahrende. Eine Minderheit begrĂŒndet sich. In: Jahrbuch fĂŒr Antisemitismusforschung, 19 (2010), S. 126â150, hier: S. 141 f. Zu diesen ZusammenschlĂŒssen von Jenischen Opfermann 2010, S. 141 f.: âAls Internetinitiativen und -prĂ€sentationen haben sie virtuellen Charakter. ⊠Die Sprecher agieren als Stellvertreter ohne ersichtliche RĂŒckbindung in einer jenischen Mehrheit oder auch nur irgendwie fassbaren relevanten Minderheit.â
cite-note-118118. â Hansjörg Roth: Jenisches Wörterbuch. Aus dem Sprachschatz Jenischer in der Schweiz. Frauenfeld 2001, S. 64.
cite-note-119119. â Christian Efing: Jenisch unter Schaustellern. Mit einem Glossar aus schriftlichen Quellen. Harrassowitz, Wiesbaden 2004 (= Sondersprachenforschung, 10) als PDF, Uni Wuppertal.
cite-note-120120. â Siehe z. B.: Internationale Tage jenischer Kulturschaffender, 10. bis 11. Februar 2007, Stein am Rhein/Schweiz, in: [16].
cite-note-121121. â Robert Arnaud: Stephan Eicher: âJâaimerais un concert oĂč lâon doive tendre lâoreilleâ, in: Netzzeitschrift Le Temps, 11. Juli 2014
cite-note-122122. â Peter Keller: Nomade mit Wurzeln (Memento vom 27. Dezember 2015 im Internet Archive), in: Die Weltwoche, Ausgabe 25/2010
cite-note-123123. â Walter WegmĂŒller Kunstmaler, auf gigeregg.ch
cite-note-124124. â Siehe: Scharotl, 7 (1982), Nr. 16, S. 2.
cite-note-125125. â Siehe: Eigendarstellung der Geschichte der Radgenossenschaft: Archivlink (Memento vom 2. November 2013 im Internet Archive).
cite-note-martinschauer-126126. â martinschauer.at â Website des KĂŒnstlers Martin Schauer mit Biografie, Werkbeispielen
cite-note-ernstspichiger-127127. â fahrende.ch (Memento vom 2. Juli 2007 im Internet Archive) â Ernst Spichiger, Biographie und Werkbeispiele
cite-note-128128. â Hansjörg Roth: Jenisches Wörterbuch. Aus dem Sprachschatz Jenischer in der Schweiz. Frauenfeld 2001.
cite-note-129129. â Christian Efing: Jenisch â Sprache oder Soziolekt einer vergessenen Minderheit? In: Sprachreport 3, 2025, ISSN 0178-644X, Seite 1â11.
cite-note-130130. â Rafaela Eulberg, âSprache ist mein Zuhauseâ. Interview mit der Romni-Schriftstellerin Mariella Mehr, in: Schlangenbrut, 21 (2003), Nr. 82, S. 21â25.
cite-note-131131. â Das Lexikon der Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller: [17].
cite-note-132132. â Vgl. Romed Mungenast (Hrsg.): Jenische Reminiszenzen. Geschichte(n), Gedichte. Landeck/Tirol 2001.
cite-note-133133. â Simone Schönett: Im Moos. Bibliothek der Provinz, Weitra 2001, Textauszug (Memento vom 16. Mai 2005 im Internet Archive)
cite-note-134134. â Simone Schönett: Andere Akkorde, Edition Meerauge 2018.
cite-note-135135. â Peter Paul Moser, TextauszĂŒge seiner Autobiographie
cite-note-136136. â Venanz Nobel: Wie dr JĂ€nisch sich gspient⊠Eigenverlag, 2000. Textauszug
cite-note-137137. â Helga Röder: Tamara aus dem Volk der Jenischen. Kindheit und Alltag eines ZigeunermĂ€dchens. Marsilius-Verlag, Speyer 2004, ISBN 3-929242-33-8, in der Rheinland-PfĂ€lzischen Bibliographie; Helga Röder: Tamara. Kriegsjahre eines MĂ€dchens. Schaffen und Wirken in guten wie in schlechten Tagen. Scheinerling-Verlag, NeuluĂheim o. J.
cite-note-138138. â Isabella Huser: Das Benefizium des Ettore Camelli. Roman. Bilgerverlag, ZĂŒrich 2008, und Isabella Huser: Zigeuner. Roman. Bilgerverlag, ZĂŒrich 2021.
cite-note-139139. â Willi Wottreng: Jenische Reise. Eine grosse ErzĂ€hlung". Bilgerverlag, ZĂŒrich 2020.
cite-note-140140. â Daniel Huber, PrĂ€sident der Radgenossenschaft, in: Scharotl, Zeitschrift der Radgenossenschaft der Landstrasse, September 2022.
cite-note-141141. â Zur Beteiligung von Roma vgl. Auszug aus Roman des 19. Jahrhunderts, der als âFeckergeigerâ den Lesern âbraune zerlumpte Geiger, das waren wirkliche Zigeunerâ vorstellt, in: Scharotl, 8 (1983), Ausg. 18, S. 15.
cite-note-142142. â Fahrende laden zur Chilbi, auf feckerchilbi.ch
cite-note-143143. â Wallfahrt Broc FR (Memento vom 4. Februar 2014 im Internet Archive) (PDF; 17 kB)
cite-note-144144. â Videoportal SRF.
cite-note-145145. â forum â Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton ZĂŒrich (Memento vom 19. Februar 2014 im Internet Archive)
cite-note-146146. â https://www.stiftung-fahrende.ch/de/archiv-presseschau/der-pastor-der-die-bibel-und-die-freiheit-ueber-alles-liebt-710.html https://reformiert.info/admin/data/files/asset_file/file/927/161014_reformzh.pdf?lm=1597666709
cite-note-147147. â https://fc-gruenweiss.de/ FC GrĂŒn-WeiĂ Ichenhausen
cite-note-148148. â [18]; vgl. auch ein altes österreichisches Spiel, das Watschelen: [19]
cite-note-149149. â Pieter Hugo: The Hyena & Other Men. MĂŒnchen 2007. (kommentierter Bildband)
cite-note-150150. â Christoph Freese, Matthias Murko, Gerhard Wurzbacher: Hilfen fĂŒr Zigeuner und Landfahrer. VorschlĂ€ge zur Zielsetzung, Planung und DurchfĂŒhrung sozialer Hilfen fĂŒr Zigeuner und Landfahrer unter besonderer BerĂŒcksichtigung ⊠des § 72 Bundessozialhilfegesetz. (= Schriftenreihe des Bundesministers fĂŒr Jugend, Familie und Gesundheit, Bd. 86) Stuttgart / Berlin / Köln / Mainz 1980, S. 215; Hans WeiĂ: Armut und Erziehung. FrĂŒherziehung und Schulbesuch von Kindern einer Wohnwagensiedlung am Rande der GroĂstadt. Westberlin 1982, S. 81; Christoph Götz: Die Jenischen â eine diskriminierte deutsche Minderheit in der Vergangenheit und in der Gegenwart ausgehend von der Situation im Raum Singen. Waldshut 1997, S. 26; Hansjörg Roth: Jenisches Wörterbuch. Aus dem Sprachschatz Jenischer in der Schweiz. Frauenfeld 2001, S. 59; Peter Widmann: An den RĂ€ndern der StĂ€dte. Sinti und Jenische in der deutschen Kommunalpolitik. Berlin 2001, passim.
cite-note-151151. â George von Soest: Zigeuner zwischen Verfolgung und Integration. Weinheim 1979, S. 20.
cite-note-152152. â Christoph Freese, Matthias Murko, Gerhard Wurzbacher: Hilfen fĂŒr Zigeuner und Landfahrer. VorschlĂ€ge zur Zielsetzung, Planung und DurchfĂŒhrung sozialer Hilfen fĂŒr Zigeuner und Landfahrer unter besonderer BerĂŒcksichtigung ⊠des § 72 Bundessozialhilfegesetz. (= Schriftenreihe des Bundesministers fĂŒr Jugend, Familie und Gesundheit, Bd. 86) Stuttgart / Berlin / Köln / Mainz 1980, S. 10.
cite-note-153153. â Andreas Hundsalz unter Mitarbeit von Harald P. Schaaf: Soziale Situation der Sinti in der Bundesrepublik Deutschland. (= Schriftenreihe des Bundesministers fĂŒr Jugend, Familie und Gesundheit, Bd. 129) Stuttgart u. a. 1982, S. 164.
cite-note-154154. â Lukrezia Jochimsen: Zigeuner heute. Untersuchung einer AuĂenseitergruppe in einer deutschen Mittelstadt. Stuttgart 1963.
cite-note-ertf-org-155155. â Siehe: ertf.org.
cite-note-156156. â Helena Kanyar Becker, Klischee und RealitĂ€t, in: dies. (Hrsg.), Jenische, Sinti und Roma in der Schweiz, Basel 2003, S. 15â18, hier: S. 17.
cite-note-157157. â Nicht jeder Fahrende ist ein Zigeuner, in: Scharotl, 17 (1992), H. 1, S. 21.
cite-note-158158. â Vgl. mit Thomas Huonker, Zur Geschichte der Anerkennung von Roma, Sinti und Jenischen als Opfergruppen des Holocaust sowie als Volksgruppen in Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz, in: Bernhard C. SchĂ€r/BĂ©atrice Ziegler (Hrsg.), Antiziganismus in der Schweiz und in Europa. Geschichte, KontinuitĂ€ten und Reflexionen, ZĂŒrich 2014, S. 77â91, hier: S. 79.
cite-note-159159. â Nicht jeder Fahrende ist ein Zigeuner, in: Scharotl, 17 (1992), H. 1, S. 21.
cite-note-160160. â Statuten der Radgenossenschaft, Artikel 2, Handelsregister des Kantons ZĂŒrich, Eintrag vom 23. MĂ€rz 2016; Handelsamtsblatt am 30. MĂ€rz 2016.
cite-note-161161. â Minderheitenrechte, Ethnisierung, IdentitĂ€tspolitik. In: Informationsplattform humanrights.ch, abgerufen am 5. Januar 2017.
cite-note-162162. â Radgenossenschaft der Landstrasse, auf radgenossenschaft.ch
cite-note-163163. â Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt fĂŒr Kultur: Jenische und Sinti als nationale Minderheit, abgerufen am 8. Juni 2021, siehe auch Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt fĂŒr Kultur: Stand Umsetzung Aktionsplan (2018) «Verbesserung der Bedingungen fĂŒr die fahrende Lebensweise und zur Förderung der Kultur von Jenischen, Sinti und Roma» S. 9: Aktuelle Arbeiten des Bundes: Anerkennung der EigenstĂ€ndigkeit der Gemeinschaften der Jenischen und der Sinti, abgerufen am 8. Juni 2021
cite-note-164164. â Schweizerisches Handelsamtsblatt, 30. MĂ€rz 2016, http://www.monetas.ch/htm/655/de/SHAB-Publikationen-Radgenossenschaft-der-Landstrasse.htm?subj=1330687
cite-note-165165. â Entscheid des Bundesgerichts vom 28. MĂ€rz 2003 (129 II 321, veröffentlicht in Pra 3004/52/263I).
cite-note-166166. â May Bittel: Die Schule. In: Scharotl 16 (1991), S. 24ff.
cite-note-167167. â Iris Michel: Schule: (K)eine Institution fĂŒr Fahrende? Schweizer Fahrende zwischen SchrĂ€ndi und SchrĂ€ze. Bern 2004, S. 50.
cite-note-168168. â So der PrĂ€sident der Radgenossenschaft in: Willi Wottreng: Tragbare Kultur. In: Urs Walder: Nomaden in der Schweiz. ZĂŒrich 1999, S. 19â38, hier: S. 8.
cite-note-daniel-huber-169169. â Daniel Huber (PrĂ€sident der Radgenossenschaft), Lassen wir uns nicht auseinanderdividieren (Memento vom 14. MĂ€rz 2016 im Internet Archive), in: Editorial, âScharotlâ, Nr. 4/2015
cite-note-170170. â Siehe z. B.: Scharotl, 33 (2008), Ausg. 4, S. 10.
cite-note-171171. â Siehe Schwerpunktthema AuslĂ€ndische Fahrende im Scharotl. Zustimmend wird mit entsprechenden Aussagen die Stiftung Zukunft fĂŒr Schweizer Fahrende. zitiert: Scharotl, 24 (1999), Ausg. 2, S. 4 f.
cite-note-172172. â Siehe "Ja zum Platz Wileroltigen BE, in Scharotl, Dezember 2020, S. 8
cite-note-173173. â Petition fĂŒr die europaweite Anerkennung beim Europarat eingereicht, auf radgenossenschaft.ch, abgerufen am 16. Dezember 2020
cite-note-174174. â Anerkennung der Jenischen und Sintials nationale Minderheiten und ihre Benennung gemĂ€ss der Selbstbezeichnungder Minderheiten (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive), auf radgenossenschaft.ch
cite-note-175175. â Anerkennung der Jenischen und Sinti als nationale Minderheiten und ihre Benennung gemĂ€ss der Selbstbezeichnung der Minderheiten, auf change.org, abgerufen am 16. Dezember 2020
cite-note-176176. â Zu Naschet Jenische und zum Spendenskandal: Thomas Huonker, Projekt âUnterwegs zwischen Verfolgung und Anerkennung âŠâ. Wissenschaftlicher Schlussbericht, zit. nach: https://www.thata.ch/schlussberichtnfp5106def.htm https://www.thata.ch/abulletin27august1992html.html Stand: 20. Oktober 2009; Mariella Mehr: Arbeitspapier zur gegenwĂ€rtigen Situation der Jenischen in der Schweiz. In: Scharotl. 17 (1992), Ausg. 1, S. 22â31, hier: S. 24 f., 27; Walter Meier, Thomas Leimgruber, Roger Sablonier: Das Hilfswerk Kinder der Landstrasse. Historische Studie aufgrund der Akten der Stiftung Pro Juventute im Schweizerischen Bundesarchiv (= Bundesarchiv Dossier 9), Bern 1998, S. 82, 84; Thomas Huonker: Am Leid der Jenischen eine goldene Nase verdient? Anwaltskosten: 904.000 Franken. In: Die Wochenzeitung. 24. Mai 1991; Angaben Paul Moser In: Scharotl. 16 (1991), Ausg. 1, unpag.
cite-note-177177. â Walter Meier, Thomas Leimgruber, Roger Sablonier: Das Hilfswerk Kinder der Landstrasse. Historische Studie aufgrund der Akten der Stiftung Pro Juventute im Schweizerischen Bundesarchiv (= Bundesarchiv Dossier 9), Bern 1998, S. 82.
cite-note-178178. â Scharotl, 29 (2004), Ausg. 4, S. 4; siehe auch: [20]@1@2Vorlage:Toter Link/www.swissinfo.ch (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2025. Suche in Webarchiven), [21].
cite-note-singen-179179. â Vorstellung des Vereins und seiner Ziele auf der Website der Stadt Singen
cite-note-181181. â SĂŒdwest Presse Online-Dienste GmbH: Vergessene Minderheit? In Singen leben viele Jenische. In: swp.de. 9. Januar 2017 (swp.de [abgerufen am 6. MĂ€rz 2017]).
cite-note-182182. â Was ist das die U.V.V.S.N? Abgerufen am 20. Januar 2019.
cite-note-183183. â Land fördert TheaterstĂŒck ĂŒber die Jenischen. In: swr.de. 15. Mai 2018, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 25. Oktober 2018; abgerufen am 24. Oktober 2018.
cite-note-184184. â Singener Scheffelhalle: TheaterstĂŒck taucht in die Welt der Jenischen ein. In: sueddeutsche.de. 3. Oktober 2018, abgerufen am 24. Oktober 2018.
cite-note-185185. â Jenische ArchĂ€ologie. In: Theater heute. Dezember 2018, abgerufen am 3. Dezember 2018. Rezension der UrauffĂŒhrung unter dem Titel âJenische ArchĂ€ologieâ von Michael Laages. In Theater heute, Dezember 2018.
cite-note-186186. â APA-OTS Presseaussendung, abgefragt am 28. Februar 2010.
cite-note-187187. â Von einem Volk der âFahrendenââVerstehst du Sesshafter mich Jenischen?â mit Podcast, vom 4. Mai 2020.
cite-note-188188. â Re: Die Jenischen und ihr Wunsch nach Anerkennung - Die ganze Doku | ARTE. Abgerufen am 18. Februar 2025.
cite-note-189189. â Lichter der StraĂe Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm. DOK Leipzig, abgerufen am 4. November 2024.
cite-note-190190. â aus der Doku-Reihe unter unserem Himmel
cite-note-191191. â PULS 4 NEWS-Journalistin Alexandra Wachter erhĂ€lt den âPrĂ€lat-Leopold-Ungar-JournalistInnen-Anerkennungspreisâ. Abgerufen am 14. September 2021.
cite-note-192192. â MeĂstetten Ein Hausierer hat viel zu erzĂ€hlen, auf schwarzwaelder-bote.de/
cite-note-193193. â Erhard Lazi: Der Zollernalbkreis. Konrad Theiss Verlag GmbH Stuttgart, ISBN 3-8062-0205-2.
cite-note-194194. â Werner Metzger: AlbvereinsblĂ€tter â Festrede 125 Jahre Albverein. Hrsg.: SchwĂ€bischer Albverein Stuttgart. S. 3.
cite-note-195195. â Zu PleiĂne Burladingen siehe Werner Metzger: Festrede 125 Jahre SchwĂ€bischer Albverein. In: BlĂ€tter des SchwĂ€bischen Albvereins 2013, Stuttgart, 4. Mai 2013.
cite-note-196196. â Ludwig Bosch@1@2Vorlage:Toter Link/www.swp.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2025. Suche in Webarchiven)
cite-note-197197. â Siegfried Kullen: Der Zollernalbkreis. In: Erhard Lazi (Hrsg.): Heimat und Arbeit. Konrad Theiss, 1979, ISBN 3-8062-0205-2, S. 133.